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Sport

Uefa-Pokal-Halbfinale: Das Nordderby Teil 3

HSV ausgeschieden! 2:3 gegen Werder

Nach großem Kampf verlor die Jol-Elf das Spiel und auch die vermutlich letzte Chance auf einen Titelgewinn in dieser Saison. Der Doppelpack von Ivica Olic reichte nicht, um die Bremer zu besiegen.

Der Doppelpack des Ivica Olic reichte nicht für ein Weiterkommen.
Foto: DPA

Werder Bremen hat erneut über den Nordrivalen Hamburger SV triumphiert und ist erstmals in das Endspiel um den UEFA-Cup eingezogen. Die Elf von Trainer Thomas Schaaf setzte sich im Halbfinal-Rückspiel in der HSV-Arena mit 3:2 (1:1) durch und machte damit den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel wett. Ein Wermutstropfen ist für Werder jedoch, dass es im Endspiel am 20. Mai im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul gegen Schachtjor Donezk (Ukraine) auf den gelbgesperrten Superstar Diego verzichten muss.

Frank Baumann (83.) sorgte mit seinem Tor zum 3:1 für den Bremer Finaleinzug. Claudio Pizarro (66.) hatte Werder mit einem haltbar scheinenden Aufsetzer aus 20 Metern zuvor auf Kurs Richtung Endspiel gebracht. Vorher glich Diego (29.) vor 52.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion die Hamburger Führung durch Ivica Olic (12. ) aus. Das 2:3 von Olic (87.) ließ Bremen bis zum Ende zittern.

Werder hat sich damit erneut als Albtraum für das Team von HSV-Coach Martin Jol erwiesen. Vor 15 Tagen hatte sich Bremen an gleicher Stelle im Halbfinale des DFB-Pokals im Elfmeterschießen durchgesetzt.

«Von Beginn an lag eine unglaubliche Spannung über dem Spiel», stellte Bundestrainer Joachim Löw fest. Die HSV-Fans hatten das Stadion mit Papptafeln fast komplett in die Hamburger Vereinsfarben schwarz-weiß und blau getaucht. Beide Mannschaften suchten von der ersten Minute an den Weg zum gegnerischen Tor, so dass sich in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel mit zahlreichen Zweikämpfen entwickelte. «Es waren Duelle auf hohem Niveau», sagte Löw.

Jol hatte auf Außenverteidiger Dennis Aogo verzichtet und dafür Marcell Jansen wieder auf die Position links in der Vierer-Abwehrkette gestellt. Bei den Gästen spielten erwartungsgemäß Diego und Mesut Özil mit, die am vergangenen Sonntag im Bundesliga-Spiel beim 1. FC Köln geschont worden waren. Beim HSV stand Torjäger Mladen Petric nach überstandener Verletzung wieder in der Anfangself. Er ersetzte den gelbgesperrten Paolo Guerrero.

Die Bremer hatten die erste große Torgelegenheit. Pizarro setzte einen Kopfball nach einer Flanke von Sebastian Boenisch in der zwölften Minute über das Tor. Dabei wurde er von Joris Mathijsen behindert. Der Niederländer setzte noch in derselben Minute einen weiteren entscheidenden Akzent. Aus der eigenen Hälfte heraus lief er mit dem Ball fast über das halbe Spielfeld und bediente Olic mit einem mustergültigen Steilpass. Der Kroate lupfte freistehend über den herauslaufenden Tim Wiese zur HSV-Führung ins Tor.

In der 27. Minute hätte Olic dann schon fast für eine Vorentscheidung sorgen können. Er scheiterte nach einem Pass von Guy Demel freistehend am glänzend reagierenden Wiese. Nur zwei Minuten später schafften die Bremer den verdienten Ausgleich. Diego, über dessen möglichen Wechsel zu Juventus Turin zur Zeit verhandelt wird, vollendete nach einem Doppelpass mit Pizarro.

Nach Wiederbeginn drängte zunächst Werder auf das zweite Tor. Der HSV wurde tief in die eigene Abwehr gedrängt und versuchte sein Heil in Kontern. «Hamburg ist nervös», skandierten die rund 5000 mitgereisten Werder-Fans nicht zu Unrecht. Bremen hatte zunächst noch Pech, dass Pizarro bei seinem Treffer in der 52. Minute knapp im Abseits stand. Auf der anderen Seite verpasste Jonathan Pitroipa (60.) eine Eingabe von Jansen um Zentimeter - den anschließenden Nachschuss von Piotr Trochowski parierte Wiese großartig.

In der turbulenten Schlussphase setzte der HSV alles auf eine Karte, war dadurch aber für Konter anfällig. Der Bremer Keeper Wiese war neben dem überragenden Diego bester Spieler in einer starken Mannschaft. Bei den Hamburgern ragten Olic und Jansen heraus.

Unschöne Szenen gab vor dem Spiel: Wegen Randale im Stadion hat die Hamburger Polizei am Donnerstag 20 Bremer Fans in Gewahrsam genommen. Die Anhänger der Gastmannschaft hatten nach Angaben eines Polizeisprechers Absperrungen zu einem HSV-Fanblock überklettert. Dort versuchten sie einer Hamburger Fangruppe, die eine Choreographie einstudierte, Transparente wegzunehmen. „Die 20 Bremer können das Spiel jetzt nicht sehen“, sagte der Polizeisprecher. Es habe keine Verletzten gegeben. Die Situation habe sich nach dem Einsatz der Beamten wieder beruhigt. sid

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