Amateurfußball
Bert Ehm: "Holger und ich sprechen mit einer Zunge"
Der FC Elmshorn wollte ihn trotz des Aufstiegs nicht mehr, Germania Schnelsen griff zu. Bert Ehm ist wieder in seinem Element – in der Oberliga.
Schnelsen. Der Meistertrainer über das 0:1 in Curslack, seinen Ärger über Marco Theetz und das Verhältnis zu seinem Sportlichen Leiter Holger Spethmann.
Hamburger Abendblatt: Herr Ehm, war die Niederlage in Curslack unglücklich oder verdient?
Bert Ehm: Beides. Unter dem Strich war Curslack die bessere Mannschaft. Das Gegentor durch Sven Möller fiel jedoch erst in der 81. Minute. Vorher besaßen wir zwei Riesenmöglichkeiten, die wir leider nicht nutzten. Das ist unglücklich gelaufen.
Abendblatt: Fast schon traditionell hatten Sie in Curslack Ärger, diesmal mit dem Schiedsrichtergespann...
Ehm: Traditionell ist Quatsch. Aber es stimmt, ich musste hinter die Bande. Ich regte mich in der zweiten Hälfte über die Spielweise des Curslackers Marco Theetz auf. Er trat alles weg, was sich bewegte. Der Schiedsrichter unterband das nicht.
Abendblatt: 65 Jahre und kein bisschen ruhiger?
Ehm: Ich muss mich aufregen können. Das gehört zum Fußball dazu. Wenn das nicht mehr da ist, kann ich gleich ganz aufhören.
Abendblatt: In der Schnelsener Offensive hängt viel von Stephan Rahn ab. Ist er wieder vollständig fit?
Ehm: Bedauerlicherweise nicht. Er erhielt im Pokalendspiel gegen Vicky Ende Mai einen Schlag auf den Spann des rechten Fußes. Der Fuß wird immer wieder dick, er hat Schmerzen beim Laufen. Ich hoffe, er ist bald wieder voll da. Das ist wichtig für die Mannschaft.
Abendblatt: Wo kann Ihr Team am Ende der Saison landen?
Ehm: Wenn alles passt unter den ersten sechs Mannschaften. Aber unser Kader ist zu klein. 21 Spieler klingt erst einmal gut. Bei fünf Verletzungen und vier A-Jugendlichen relativiert sich das aber schnell. Vor der Saison gingen neun Stammspieler. Keine Mannschaft der Welt steckt das so einfach weg. Es muss alles passen, wenn wir oben mitspielen wollen. In den nächsten zwei, drei Wochen treffen wir auf Gegner wie Lurup oder Meiendorf, gegen die wir unbedingt gewinnen müssen. Dann sehen wir weiter.
Abendblatt: Fürchten Sie Unruhe im Umfeld? Auf manchen Plätzen heißt es, der Sportliche Leiter Holger Spethmann sei ein Alleinherrscher.
Ehm: Das ist völliger Quatsch. Holger Spethmann und ich sprechen mit einer Zunge. Er ist natürlich sehr lebhaft. Daran muss ich mich gewöhnen. Aber er hat Ahnung vom Fußball. Wir tauschen uns regelmäßig aus und er macht auch Vorschläge. Das finde ich gut. Die sportlichen Entscheidungen treffe dann ich.
Abendblatt: Was erwarten Sie langfristig von ihrem Engagement in Schnelsen?
Ehm: Wenn wir gut und kontinuierlich arbeiten, können wir in zwei, drei Jahren um den Titel in der Oberliga mitspielen.
Abendblatt: Mit vielen erfahrenen Spielern?
Ehm: Mit erfahrenen und jungen Spielern. Ich habe schon bei Vicky viel mit jungen Leuten zusammengearbeitet. In Elmshorn waren letzte Saison sieben Spieler um die 20 Jahre. Dass ich nicht gerne mit jungen Spielern arbeite, ist nicht richtig. (misch)















