Hamburger Mode-ABC
G wie Grunge-Look
Von der Schanze bis nach Winterhude hat sich diese Anti-Stilrichtung ausgebreitet. Wichtigste Erkennungszeichen: Kleider, Hosen und Shirts, die wie gebraucht aussehen.
Rockstar-Tochter und It-Girl Pixie Geldof läuft im Grunge-Look für Vivienne Westwood.
Foto: Zak Hussein
Das Holzfällerhemd hängt locker aus der zerrissenen Jeans. Die Haare leicht verfilzt, die Augen sind tiefschwarz geschminkt. Idealerweise runden klobige Doc Martens-Schuhe oder Chucks – aber bitte dreckig – das Outfit ab. Es sieht aus wie zufällig aus dem Altkleidersack gezogen. Denn der Grunge-Look möchte alles, nur nicht modisch, nicht angepasst sein.
Schließlich ging es Anfang der 90er-Jahre einer ganzen Generation darum, ihre „Mir doch egal“-Attitüde sichtbar zu machen. Sie hörten Nirvana, rauchten Joints und waren vor allem eines: dagegen. Doch waren sie nicht davor gefeit, dass sich mit Marc Jacobs, Vivienne Westwood oder John Galliano bekannte Designer ihres Looks annahmen – und die Schlampigkeit zur High-Fashion erklärten.
Heute zelebrieren Stars wie Topmodel Agyness Deyn, Peaches Geldof oder die Olsen-Zwillinge den gekonnten Stilmix aus Gammelmode, die alles andere als billig ist. Mehrlagen-Shirts zu Streifleggings, Miniröcke und roter Lippenstift – den Kombinationen sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Allerdings: zu schön darf es nie aussehen. Schließlich liegt das schon im Wort begründet: Grunge bedeutet im Englischen „Schmutz“. (cru)










