Verkehr
Ostsee-Autobahn bewährt sich als Ferienroute im Nordosten
Die Ostseeautobahn A 20 erfüllt nach Einschätzung des ADAC ihre Funktion als Ferienroute im Norden Deutschlands.
Die Ostseeautobahn A 20 erfüllt nach Einschätzung des ADAC schon in der ersten Sommersaison nach Fertigstellung ihre Funktion als Ferienroute im Norden Deutschlands. "Die Urlaubsziele an der Küste sind deutlich schneller erreichbar. Auf den zuvor meist überfüllten Bundesstraßen rollt der Verkehr nun auch im Sommer wieder recht flüssig", stellte Matthias Schmitting von ADAC Hansa im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa fest.
Die A 20 war nach gut elfjähriger Bauzeit im Dezember 2005 vollständig für den Verkehr frei gegeben worden. Sie führt über 324 Kilometer Länge parallel zur Küste von der A 1 bei Lübeck über Wismar, Rostock, Grimmen, Greifswald und Neubrandenburg bis zur A 11 bei Prenzlau. Durch Mecklenburg-Vorpommern verlaufen 280 Kilometer der A 20, 27 Kilometer liegen in Brandenburg, 17 Kilometer in Schleswig-Holstein. Die Kosten betrugen 1,9 Milliarden Euro.
Wie der Landestourismusverband mitteilte, trägt die A 20 maßgeblich dazu bei, dass immer mehr Urlauber aus West- und Nordwest-Deutschland den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern finden. "Die Zahl von Spontanurlaubern etwa, die von dort für ein verlängertes Wochenende zu uns kommen, steigt merklich an", sagte Geschäftsführer Bernd Fischer. So sei Niedersachsen von Platz vier auf Platz zwei der Touristen-Herkunftsländer vorgerückt. Inzwischen komme jeder neunte Urlauber im Nordosten aus diesem Bundesland.
Nach Meinung Schmittings wird die Notwendigkeit der lange Zeit umstrittenen A 20 inzwischen nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. "Vor allem auch in den zuvor stark belasteten Orten entlang der Bundesstraßen weiß man die Ostsee-Autobahn sehr zu schätzen", sagte der ADAC-Sprecher. Betroffen seien Straßen wie die B 96, B 104, B 105, B 110 oder B 198. Mit der sinkenden Verkehrslast sei auch die Unfallhäufigkeit gesunken. Zwar würden im Nordosten noch immer überdurchschnittlich viele schwere Unfälle passieren. Doch gebe die rückläufige Tendenz Anlass zu Hoffnung.
Die Autobahn bündele den Verkehr und gewährleiste eine sichere Abwicklung auch größerer Verkehrsströme, betonte Schmitting. "Die erwarteten Verkehrszahlen sind durch die heutige Verkehrslage durchgehend bestätigt." Das für die A 20 prognostizierte Verkehrsaufkommen von durchschnittlich rund 30 000 Fahrzeugen pro Tag werde in Abschnitten wie etwa südlich von Rostock mit 65 000 Fahrzeugen deutlich übertroffen. Auch der vierspurig ausgebaute Rügenzubringer B 96 neu verzeichne ein hohes Verkehrsaufkommen. Da die neue Rügenbrücke aber erst 2007 fertig werde, komme es dort in den Sommermonaten noch immer zu Staus.
Profitiert von der A 20 habe insbesondere auch Lübeck. Das Stadtgebiet werde deutlich vom Verkehr entlastet. Nach der Grenzöffnung 1990 war die Zahl der Autos dort deutlich nach oben gegangen. "Die neue Autobahn als Südumfahrung von Lübeck in Richtung Schönberg entlastet das nachgeordnete Straßennetz um 50 000 Fahrzeuge pro Tag und bewirkt eine nachhaltige Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten", sagte Schmitting.












