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Nordsee

Unterwegs auf Eiderstedt - Von Witzwort bis Westerhever

Eine Tour zu berühmten Orten der Halbinsel: Der Rote Haubarg und sein Geheimnis, das Eidersperrwerk mit seinen 30 Mio. m3 Wasser, die hier durchrauschen, bis zum Westerhever Leuchtturm, dem Bilderbuch-Motiv schlechthin

Der Rote Haubarg

Woher hat der Rote Haubarg eigentlich seinen Namen?

Denn etwas überraschend ist der Rote Haubarg in der Nähe von Witzwort weiß. Der Vorgänger war mit roten Dachziegeln gedeckt, das galt als schicker und mondäner als das ewige Reet und war damals teurer als Reet. Das hat sich heute entscheidend verändert. Das Gebäude wurde 1759 durch einen Brand vernichtet. Von einem Husumer Bürger wurde er wiederaufgebaut, erhielt ein riesiges Reetdach und wurde neu gestrichen, aber der traditionelle Name blieb.

Der Rote Haubarg liegt in einer schönen Park- und Gartenlandschaft und ist der beeindruckendste von den 50 noch erhaltenen, traditionellen Eiderstedter Bauernhäusern. Einst waren es 400. Der heute unter Denkmalschutzstehende Rote Haubarg kann besichtigt werden, in der Loo (Diele), im Vierkant und Pferdestall wurde eine Abteilung des Eiderstedter Heimatmuseums eingerichtet. In den stilvoll eingerichteten Wohnhäusern ist ein Restaurant untergebracht.

Eine romantische Geschichte rankt sich um den Roten Haubarg. Der Sage nach besitzt das Gebäude 100 Fenster, von denen eines immer wieder zerbricht. Das geht angeblich auf einen verliebten, aber mittellosen Jungen zurück, der damals an der dortigen Stelle in einer ärmlichen Hütte gelebt hatte. Er betete die stattliche Nachbarstochter an, seine Gefühle wurden erwidert, auch den mütterlichen Segen hatte, nur der Vater wollte so einen armen Schlucker nicht in der Familie. Daraufhin ließ sich der Verzweifelte auf einen Pakt mit dem Teufel ein, der ihm im Gegenzug zu seiner Seele, versprach ein gewaltiges, imposantes Haus zu errichten, das aber bis zum Morgengrauen fertig sein musste ein Haubarg.

Während des Nachts der Belzebub-Baumeister ganze Arbeit leistete und das Haus immer mehr Gestalt annahm, bereute der Verliebte den Pakt und vertraute sich den beiden Frauen an, die ihm verziehen. Nun galt es geschwind seine Seele zu retten und da verfiel die Mutter auf den "Hahnen-Trick". Der Hahn wurde wie wild geschüttelt, krähte was das Zeug hielt und der Teufel, der glaubte, der Morgen sei angebrochen, hielt erbost in seiner Arbeit am 100. Fenster inne und fuhr wutschnaubend aus der Haut, ohne die Arbeit zu beenden denn er hatte die Wette verloren. Die Scheibe soll bis zum heutigen Tage immer wieder zerbrechen.

Das Eidersperrwerk

Das Eidersperrwerk riegelt den Mündungstrichter der Eider ab und soll vor Sturmfluten schützen. Es wurde nach der großen Flut von 1962 konzipiert und in den Jahren 1967-73 errichtet. Es ist eine gewaltige technische Anlage, 200 m Breite, mit fünf Durchlässen von je 40 m. Bei Sturmflutgefahr können die Schleusen durch riesige Tore geschlossen werden.

Das Hochwasser bleibt draußen; die Flüsse Eider und Treene behalten trotz Flut ihre normalen Pegel. Setzt die nächste Ebbe ein, werden die Schotten geöffnet und das (Regen-) Wasser aus dem Binnenland kann über Treene und Eider in die Nordsee fließen. Bei normalem Wetter bleiben die Sieltore offen; der Tidestrom kann das Sperrwerk ungehindert passieren - bis zu 30 Mio. m3 Wasser rauschen dann hier durch. Vor dem Bau des 4,8 km langen Eiderdamms mit dem Sperrwerk (1967-73) wurde die Mündung des Flusses regelmäßig überflutet, und die ins Land drängenden Wassermassen stauten Eider und Treene.

Katinger Watt

Das Katinger Watt (5 km von Tönning entfernt) entstand nach dem Bau des Eidersperrwerks (1973), als etwa 1500 ha Mündungswatt der Eider trockenfielen; 1976 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Im Lauf der Zeit entstand ein Mosaik aus Laubwald, Schilfflächen, Tümpeln und Teichen, das man zu Fuß, mit Rad oder Pferd erkunden kann. Dieses ungewöhnliche Nebeneinander von Wiese, Wald und Watt lockt auch viele Vogelarten an. Der Schafsberg, ein künstlich geschaffener Hügel mitten im Watt, war im Falle eines extremen Hochwassers Rückzugsgebiet für die Schafe. Heute, nach Trockenlegung, steht dort ein 13 m hoher Aussichtsturm, von dem man mit Fernglas ausgerüstet die Vogelbrutstätten beobachten kann. Das Naturzentrum Katinger Watt mitten im Naturschutzgebiet bietet Watterkundungen, vogelkundliche Führungen, Fahrradtouren und Kindernachmittage an. Lina-Hähnle-Haus, Katingsiel 14, Tel. 04862/80 04

Westerhever Leuchturm - Das Wahrzeichen der Küste

Bereits der Spaziergang zum vielleicht bekanntesten Gebäude an der Westküste ist ausgesprochen lohnenswert. Der rot-weiße Leuchtturm jenseits der Tümlauer Bucht ist das Wahrzeichen Eiderstedts. Die Tümlauer Bucht ist die Heimat von tausenden von Vögeln, das Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden Der Turm mit den beiden Wärterhäuschen am Fuße ist 37 m hoch, inklusive der Warft, auf der er steht, sogar 41,5 m. Er wurde 1907 auf einem Fundament aus 127 großen Baumstämmen errichtet, die in voller Länge in die Erde gerammt wurden, um ein Absacken zu verhindern. Die Leuchtturmwärter, die in den beiden Häusern wohnten, gibt es seit 1979 nicht mehr. Seit 2002 ist der Turm zu besichtigen. Für einen Marsch zur Leuchtturminsel sollte man jeweils für Hin- und Rückweg 1 1/2Stunden einkalkulieren.

Einige legen diesen Weg auch in Pumps zurück oder diese befinden sich im Rucksack dann wenn es sich um eine Braut handelt und diese Gummistiefel trägt. Denn in dem berühmten Leuchtturm kann sich auch das Jawort gegeben werden - auf engstem Raum. Doch nicht nur der Weg vom Deich durch das Vorland muß bis zur "Hochzeit auf dem Leuchtturm" durchschritten werden, anschließend sind noch stattliche 140 Stufen zu erklimmen. Wer diese Mühen auf sich nimmt, um den Bund des Lebens zu schließen, dürfte die Ehe zumindest nicht auf die leichte Schulter nehmen. Informationen: Fremdenverkehrsgemeinschaft Eiderstedt, Garding, Tel. 04862/469

Info: Westerhevers berühmtester Maler Motive aus Westerhever sind sogar auf Ausstellungen in Paris zu sehen gewesen. Dies hat der bekannte Eiderstedt Leuchtturm einem erfolgreichen und eigenwilligen Sohns Westerhevers zu verdanken. Jakob Alberts kam 1860 in Westerhever zur Welt und sollte Pastor werden. Doch ihn zog es zur Kunst und so wurde er nach einem Kunststudium in Düsseldorf und München Maler. Ein Besuch in Paris führte ihn zu Begegnungen mit Pisarro, Monet, Manet und Renoir, die seinen Malstil beeinflußte sollten. Im Winter in Berlin, im Sommer in Eiderstedt oder auf den nordfriesischen Inseln, so sah sein Lebensrhythmus künftig aus. Der "Maler der Halligen" erhielt später den Professorentitel vom preußischen Kulturminister. 1941 starb er in Lübeck und wurde auf dem Westerhever Friedhof begraben.

Vergnögen

Charlottenhof in Klanxbüll Historischer, reetgedeckter Vierkant, dient als Kultur- und Tagungshaus. Antik- oder Bauernmarkt., Vernissage, Jazz-Frühschoppen (Osterklanxbüll 4 25924 Klanxbüll, www.dercharlottenhof.de)

Windmühlen-Klettern Da es in Schleswig-Holstein keine Berge gibt, klettert man hier auf Windmühlen.

Nordfriesische Lammtage, Lamm heimliches Wahrzeichen, einen Monat Aktivitäten, Lamm-Königin gewählt, Bauernmarkt, Vernissage, Besuch einer Schäfereick

 

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