Das Hotel "Palstek" in Großenbrode
Wo sich nicht nur Pudel wohlfühlen
20 Zimmer bietet dieses kurz vor Fehmarn gelegene Haus. Zwei- und Vierbeiner schätzen den familiären Stil.
"Palstek" in Großenbrode: Das Haus ist liebevoll dekoriert, das Frühstück lässt kaum Wünsche offen.
Foto: PR
Schon das Schild am Eingang verrät, dass dahinter nicht nur mit Zweibeinern zu rechnen ist: "Protected by Poodle Security" ist da zu lesen, bewacht vom Pudel-Sicherheitsdienst. Und diese Tiere sind beileibe keine Schoßhündchen, sondern ausgewachsene Großpudel. Ihre Namen: Oskar, Ronja und Brauner. Für Sabine Behdau sind die drei ein Teil ihrer Familie. Deshalb hat sie großes Verständnis, wenn ein Hundehalter sagt, dass er ohne seinen treuen Freund ungern in den Urlaub fährt. Die Lösung hat die Selfmade-Unternehmerin auch parat: Sie kann ja einfach ihr eigenes kleines Hotel empfehlen, denn das liegt nicht nur nahe der Ostsee, sondern ist auch bestens auf Vierbeiner eingestellt.
Das "Palstek" in Großenbrode, kurz vor dem Fehmarnsund gelegen, besteht aus einem Altbau und einem relativ neuen Anbau, beide in Hellgelb gestrichen. Ursprünglich war in dem Haus mal eine Werkstatt für Wagenräder untergebracht, nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erste Gästezimmer. Als Sabine Behdau das Gebäude, das nicht weit von der Bundesstraße 207 entfernt ist, im Jahr 2001 kaufte, war an das frische Flair von heute noch nicht zu denken. Doch der gelernten Hauswirtschafterin gelang es schon in den ersten Jahren, mit viel Einsatz, Tatkraft und Liebe zum Detail eine kleine Oase der Entspannung zu schaffen.
Einen Quantensprung stellte schließlich im Sommer 2007 die Eröffnung des Anbaus dar, denn seitdem gehören neben den einfacheren Doppelzimmern und den zwei Kapitänszimmern auch acht neue, ziemlich luxuriöse Appartements zum "Palstek". Schon deren Namen verraten den gestiegenen Anspruch: Wolkentraum, Traumoase, Zaubertraum, Meertraum.
Ein Blick auf die Ausstattung bestätigt dann, dass beim Neubau an fast nichts gespart wurde: großer Flachbildfernseher mit DVD-Player, Whirlpool oder Dusche mit Dampfsauna, Nespresso-Automat, Kaminofen, Balkon oder Terrasse - alles ist dabei. Und natürlich darf das Wasserbett nicht fehlen, das im "Palstek" mittlerweile zum Standard gehört, weil die Chefin davon überzeugt ist, dass es nicht nur hygienischer, sondern auch bequemer als eine normale Matratze ist.
Üppig fällt nach einer geruhsamen Nacht das Frühstück aus. Vom Latte macchiato über den frisch gepressten Saft und den Aufschnitt vom ortansässigen Schlachter bis zu den knusprigen Brötchen ist alles vorhanden, leckeres Rühr- und Spiegelei liefert die Küche ständig nach. Nachmittags gibt es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, abends wird - nach Voranmeldung - gekocht. Bei unserem Besuch standen kleine Schnitzel mit Blumenkohl und Kartoffelauflauf für 12 Euro auf dem Tisch. Wer für 28 Euro Halbpension bucht, bekommt ein Drei-Gänge-Menü mit Tischwein, Bier, Säften und Wasser. Gegessen wird in familiärer Atmosphäre, oft zusammen mit anderen Gästen.
Mancher fragt natürlich mal, woher eigentlich der Name "Palstek" kommt - und was er bedeutet. Segler wissen, dass sich so einer der wichtigsten Seemannsknoten nennt. Und dass dieser als Festmacher verwendet wird. So gesehen passt der Name, denn erstens liegt Großenbrode dicht am Wasser, und zweitens macht man hier gerne mal für ein paar Tage fest. Zumal es in näherer Umgebung vom Hotel nicht nur einen, sondern zwei Strände gibt: den Kurstrand im Osten und den naturbelassenen Weststrand, der sich auch für Spaziergänge mit Hunden eignet.
Welche spätsommerliche Stimmung zurzeit aufkommt, lässt sich gut im hauseigenen Tagebuch ablesen. Dort schreibt Susanne Behdau: "Allmählich wird es abends schon ein bisschen dunkler, man riecht den kommenden Herbst und denkt an gemütliche Abende vorm Kamin mit einem guten Glas Wein. Da ist dann auch der Winter gar nicht mehr weit, wir freuen uns schon darauf, unser Ostsee-Domizil wieder so richtig weihnachtlich zu gestalten, neue Plätzchenrezepte zu probieren und auch mal wieder unsere berühmten Bratäpfel in die Röhre zu schieben."
Bei solchen Aussichten ist es doch wirklich kein Wunder, dass man sich hier pudelwohl fühlen kann. Nicht nur als Hund, sondern vor allem als Mensch.




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