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Kleine Fluchten

Kleine Fluchten

Palaiszimmer in Potsdam

Im NH Voltaire Hotel zieht sich eine Kunstausstellung wie ein roter Faden durch das Haus

Beste Lage: Das Hotel Voltaire liegt ganz in der Nähe vom Holländischen Viertel
Foto: Michael Pasdzior

Die Lage könnte nicht besser sein: Direkt an einer der wichtigsten und ältesten Straßen von Potsdam nahe dem imposanten Nauener Tor liegt das NH Hotel Voltaire. Und gleich auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Holländische Viertel mit vielen Ausgehmöglichkeiten, interessanten Läden, Cafés und Restaurants. Das Karree, auf dem das Hotel liegt, gehört zur zweiten barocken Stadterweiterung von 1733. Im Jahre 1826 wurde das alte Haus durch einen Neubau ersetzt und ging in den Besitz des königlichen Stallmeisters über. Danach lebten viele Adlige in dem Gebäude.

Zum Hotel wurde es 1996, als der moderne Erweiterungsbau entstand - dort befinden sich die 143 Standardzimmer. Das Kürzel NH steht für Navarra Hoteles, eine spanische Hotelgruppe mit Sitz in Madrid. Deren Herkunft hat die Gestaltung des Hauses spürbar beeinflusst: Die hellen Farben im Inneren wirken freundlich, die Korbsofas in der Halle mit den bequemen roten Lederpolstern verleihen ein mediterranes Flair.

Kunst und eine Küche auf hohem Niveau verbinden sich auf gelungene Weise

Kunst und eine Küche auf hohem Niveau verbinden sich auf gelungene Weise

Die Innenarchitektur stammt von Heino Stamm, der warme Sandtöne als Grundfarbe wählte. Das passt gut zum weiß geschlämmten Eichenholz und zu den Stoffen der Sessel und Vorhänge in den Zimmern. Die sind alle mit Satelliten-TV, Minibar und W-LAN ausgestattet. Wer es gern klassisch haben möchte, ist in einem der Palaiszimmer gut aufgehoben. Der historische Brühl-Palais-Flügel - benannt nach dem ehemaligen Eigentümer Graf Alfred von Brühl - hält 16 Superior-Zimmer und drei Suiten bereit.

Hoteldirektor Holger Glasemann ist ein "echter Potsdamer", wie er stolz betont, und freut sich, in seiner Heimatstadt tätig sein zu können. Der Mittvierziger hat in Leipzig gelernt und in der Schweiz, in Schottland, Berlin und Dresden gearbeitet, bevor er ins Voltaire kam. Er legt deshalb auch großen Wert auf eine fundierte und umfassende Ausbildung des Nachwuchses - zumal ehemalige Mitarbeiter oft nach ihren Wanderjahren zurückkehren.

Eine sichtbare Besonderheit des Hotels ist die Kunst an den Wänden. Renommierte Maler wie Elvira Bach, Dieter Hacker und Stefan Szczesny haben gemeinsam mit 20 Schülern der Voltaire-Gesamtschule eine permanente Kunstausstellung geschaffen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Hotel zieht und sich in den Zimmern und Fluren sowie in allen Repräsentationsräumen des Hauses wiederfindet. Die Resonanz darauf ist groß, viele Gäste würden die Bilder gerne erwerben - doch diese sind nicht zu verkaufen.

Viel Platz hat der Gast in einem der Palaiszimmer

Viel Platz hat der Gast in einem der Palaiszimmer

Für eine Küche mit hohem Niveau sorgt das "gastorientierte Team" unter der Führung der erfahrenen Köchin Manuela Wendt. Im verglasten Pavillon befindet sich das Restaurant Hofgarten, in dem der Gast mit Gerichten aus dem "kulinarischen Kalender" verwöhnt wird. So steht im Herbst der Kürbis im Mittelpunkt (er kommt sogar als Risotto oder karamellisiert zum Eis auf den Tisch), aktuell ist es der Spargel. Die Speisekarte bietet ansonsten eine Mischung aus lokalen Rezepten und mediterranen Gerichten. Die Weinkarte hält deutsche und spanische Tropfen bereit.

Wer sich die im Hofgarten erworbenen Kalorien wieder abtrainieren will, kann ins Fitnessstudio gegenüber gehen, der Besuch kostet nichts extra. Auf dem Dach gibt es zudem noch eine Sauna, ein Solarium und einen Ruheraum. Und falls danach die Frisur nicht mehr sitzt: Figaro Udo Walz betreibt im Hof eine Filiale.

+++ Alle kleinen Fluchten zum Nachlesen +++

Die Bücher zur Serie: Jeder der fünf bislang erschienenen Bände kostet 12,95 Euro. Infos: www.abendblatt.de/shop

 

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