02.06.09

Zwischen Meer und Bodden

Fischland-Darß-Zingst: Wo der Wind die Bäume biegt

Ein Idyll für Naturliebhaber ist die Halbinsel östlich von Rostock. Wind, Wasser, Wald, Fisch - davon hat sie reichlich.

Von Christine Schrader
Foto: Johannes Arlt

Das Wetter kann auf der Halbinsel sehr rau sein. Davon zeugen die sogenannten Windflüchter, jene Bäume, die wie hier bei Ahrenshoop vom Wind gen Osten gebeugt wurden. Ein typischer Anblick auf Fischland.

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Hamburg. Hier in Wustrow ist Natur. Bodden, Wiese, Wald, Strand. Und das soll auch so bleiben. Schließlich sind wir nicht in Zingst", sagt Peter Dabels (47). Zusammen mit seiner Frau betreibt der gelernte Schmied und Schiffbauer seit 20 Jahren eine Räucherei am Wustrower Hafen und seit zehn Jahren das daneben liegende Fischrestaurant "Kapitänshaus Am Unterfeuer". Recht hat er, denn gerade im Ursprünglichen liegt der Charme des Fischlands, das mit den Orten Dierhagen, Wustrow und Ahrenshoop zu der 45 Kilometer langen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gehört. Unter einem schier endlosen Himmel vereinigen sich hier weiße Strände und Steilküsten mit weiten Wiesenlandschaften und ausgedehnten Wäldern zwischen der Ostsee und dem Bodden.

An der Pier des Wustrower Hafens flattert ein braunes Segel im Wind. Kapitän Peter Eymael erwartet auf seiner "Butt" Gäste, die sich für den eineinhalbstündigen Zeesboot-Törn auf dem Saaler Bodden angemeldet haben. Seit 1991 bietet er in der Saison täglich touristische Ausflüge unter Segeln an. "Leben kann man davon nicht, aber ich hab ja noch meine Rente", sagt der rüstige 69-Jährige.

Fahrten mit Zeesbooten haben in dieser Region eine lange Tradition. Bereits im 18. Jahrhundert eroberte die Zeesenfischerei Pommern, und bis in die 1950er Jahre wurden die Zeesboote auch in Mecklenburg für den Fischfang eingesetzt. Wegen ihres geringen Tiefgangs waren sie besonders geeignet für das Fischen in den flachen Küsten- und Boddengewässern. Die Fischer ließen das Boot quer zum Wind treiben und zogen ein breites Schleppnetz (Zeese), das an zwei Zeesbäumen vorne und hinten am Boot befestigt war, über den Grund. Seit Anfang der 1990er Jahre werden die noch erhaltenen Zeesboote für touristische Aktivitäten genutzt.

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Während Wustrow von seiner maritimen Vergangenheit geprägt wird, zieht Ahrenshoop seit mehr als 100 Jahren Künstler und Kunstliebhaber in seinen Bann. Bereits 1892 gründeten Landschaftsmaler um Paul-Müller Kaempff (1861-1941) hier eine Künstlerkolonie. Der "Ahrenshooper Katen. Das Haus für heimische Kunst und Kunstgewerbe", später nur noch "Kunstkaten" genannt, wurde am 11. Juli 1909 als eigene Galerie eröffnet. Das Jubiläum in diesem Jahr wird mit einer dreiteiligen Ausstellung plus Rahmenprogramm gewürdigt.

Auf dem Weg nach Prerow verlassen wir das Fischland, dessen Kern ursprünglich wie auch der Darß und der Zingst eine Insel war. Erst seitdem zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert die Flutrinnen geschlossen wurden, sind die drei Inseln dauerhaft mit dem Festland verbunden. Sie gehören heute zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Prerow kann auf eine mehr als 100-jährige Bädertradition zurückblicken. und hat sich zu einem modernen Seebad entwickelt. An seine Vergangenheit als Schifferdorf erinnern bunt bemalte Kapitänstüren. An der Nordspitze des Darß, etwa 15 Gehminuten von Prerow entfernt, liegt der Darßer Ort. Hier ist der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm entlang der deutschen Ostseeküste zu besichtigen. Er wurde 1848 fertiggestellt und ist 35 Meter hoch.

Zingst ist die östlichste Gemeinde der Halbinsel und hat sich - ähnlich wie Prerow - zu einem modernen Ostseeheilbad entwickelt. Wer gern mal shoppen geht, schlendert über die Flaniermeile zwischen Seebrücke und Hafen. Peter Dabels, der Mann, der in Wustrow Fische räuchert, ist hier wohl eher nicht anzutreffen. Leute wie ihn zieht es eher nach Pramort, wo im Frühjahr und im Herbst ein besonderes Schauspiel zu sehen ist, wenn dort Tausende von Kranichen Rast machen.

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