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Reise

Trüffel: Wo Touristen auf den Geschack kommen

Scharf auf den Edelpilz

Dabei sein ist alles, wenn Schweine oder Hunde den teuren Gourmet-Traum tief im Erdboden aufspüren.

Es duftet nach Humus, Nüssen und Oliven. Dabei sieht es eher unscheinbar aus; das schrumpelige, dunkelbraune Etwas versteckt sich mit Vorliebe zehn Zentimeter und tiefer in der Erde. Am liebsten reift die Trüffel unter Eichen, sagen Kenner. Dort wird sie sagenhaft gut und sündhaft teuer: Im Feinkostgeschäft zahlt man locker 3000 Euro pro Kilogramm. Erlebnis- und genussreicher ist es freilich, den runzligen Lieblingen der Feinschmecker nachzureisen. Zwischen Oktober und Februar haben Trüffel-Touristen Hochsaison.

Besonders dunkel ist "La Truffe" im Perigord, deshalb nennt man sie dort das Schwarze Gold. Traditionell werden in der französischen Region noch Schweine an der Leine zur Suche verwandt. Eine gefährliche Methode: Wenn der Sucher nicht erahnt, wann der schnüffelnde Rüssel die Trüffel berühren wird, verschwinden sie schnell im Schweineschlund. All das und noch viel mehr erfährt man in der "L'Auberge de la Truffe" in Sorges, einer Art Ökomuseum der Trüffel. Zwischen dem 15. November und dem 1. März vermittelt das regionale Verkehrsamt Trüffelwochenenden einschließlich Teilnahme an der Suche unter dem Motto "Entdeckungsreise durch die Welt der Trüffel".

Schwarz oder weiß? Diese Frage teilt die Trüffelfreunde in zwei Lager. Im Piemont reift Tuber magnatum pico, die begehrte weiße Trüffel von Alba. Als beste Gegend gelten die Langhe. Ab Oktober und je nach Klima bis weit in den Dezember hinein reiben hier die Kellner die seltene Köstlichkeit grammweise mit dem Trüffelhobel in hauchfeinen Spänen über Tagliatelle, Souffles und Filets. Gekauft wird auf den kleinen Trüffelmärkten, von denen fast jedes Dorf einen ausrichtet. Höhepunkt ist die Trüffelmesse von Alba (2007 an den Wochenenden vom 29. September bis zum 11. November).

Um die Trüffelsuche ranken sich zahllose Legenden. Doch längst hilft der Mensch mit Plantagen nach. Eine ideale Gelegenheit, den "Trüffelanbau" kennenzulernen, bietet sich im Val Tevere, dem "Tal der Trüffeln", in Umbrien. Dort hat der Diplomlandwirt Gino Martinelli um sein kleines Agriturismo-Hotel "La Cerqua" in Pietralunga ein Trüffel-Versuchsterrain mit Eicheln und Pappeln angepflanzt. Die Gäste dürfen dabei sein, wenn die Sucher mit ihren Hunden - in Umbrien sind es stets drei - losziehen.

Noch ein Schnäppchen-Schlaraffenland für Trüffelfreunde ist Istrien. Im Mirnatal wächst die gleiche berühmte weiße Trüffel wie im Piemont, doch ist sie hier immer noch deutlich billiger. Ein guter Startpunkt ist das Trüffelgeschäft "Zigante Tartufi" in Livade. Der geschäftstüchtige Gianfranco Zigante entdeckte 1999 die mit 1,3 Kilogramm schwerste jemals gefundene Trüffel; heute betreibt er ein florierendes Trüffel-Business. An allen Sonntagen im Oktober und November veranstaltet Giancarlo Trüffeltage mit Suchvorführung, Versteigerung und Trüffelmenüs in seinem eigenen Restaurant .

 

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