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Reise

Auge in Auge mit dem Vier-Meter-Hai

Unterwasserwelt: Ein Streifzug durch fünf Aquarien. Für Nichttaucher: In riesigen Becken lassen sich farbenprächtige Fische beobachten.

Die zarten Schuppen des orange-weißen Clownfisches glitzern geheimnisvoll im Wasser, elegant flitzt ein kleines Seepferdchen hinter einen Stein, um sich zu verstecken, und scheinbar schwerelos gleitet ein Rochen über im Wasser schaukelnde Korallen: Solche faszinierende Unterwasserwelt ist keineswegs nur passionierten Tauchern vorbehalten. Rund um den Globus können Besucher in gigantischen Aquarien selbst meterlangen Haien Auge in Auge gegenüberstehen. Ein Streifzug durch fünf Aquarien, in denen der Blick durch die dicken Glasscheiben zu einem unvergeßlichen Erlebnis wird.

Etwa 4500 Tiere und 400 Arten tummeln sich im Berliner Aquarium. Ob der Fisch normalerweise vor der kalifornischen Küste, im Roten Meer oder im australischen Riff zu Hause ist, veranschaulichen die 72 Becken des Aquariums. Der größte Wasserbottich faßt 12 000 Liter. Neben zahlreichen Fischarten, Seepferdchen und Zitteraalen sind auch Schlangen, Schildkröten und Geckos im Aquarium der Hauptstadt zu finden. Im Haibecken ziehen Schwarzspitz-Riffhaie ihre Runden, mutige Besucher steigen dank einer Brücke tapfer über die Köpfe von riesigen Krokodilen. Berühmt ist auch die Zuchtstation mit kleinen Anemonenfischen, Grundeln, Katzenhaien und Quallen. Mit der Nachzucht der schwer zu haltenden Babyquallen hat sich das Berliner Aquarium weltweit einen Namen gemacht. Man kann das Aquarium übrigens auch mieten: zum Beispiel für einen Kindergeburtstag oder für ein romantisches Kerzenschein-Dinner mit vier Gängen zwischen den Wasserbecken.

Während der Expo 1998 in Portugals Hauptstadt Lissabon gehörte der Ozeanpavillon zu den Höhepunkten des Ausstellungsgeländes. Auch heute noch zieht das moderne Gebäude reichlich Besucher an. Grund ist das Oceanario. Dieses Aquarium der Extraklasse besteht aus fünf riesigen Wassertanks - doch von außen betrachtet, vermutet man nur ein Becken. Hinter den massiven Acrylfensterscheiben tummeln sich rund 100 verschiedene Fischarten aus dem Nordatlantik sowie aus dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. An Bildschirmen können die Besucher ihr Wissen testen und erweitern. Jede Zone ist mit Geräuschen aus dem speziellen Teil der Erde hinterlegt, aus dem auch die Fische stammen. So hört man hier auch das Brechen der Wellen an den Küsten der Azoren-Inseln.

"Die Tiefe", "the Deep" - so heißt das Aquarium im britischen Hull, etwa eine Autostunde von Leeds entfernt. Dank einer Glasblase können die Besucher über eine Leiter in das Lagunenbecken hinunterklettern, wo sie sich in bester Gesellschaft mit zahlreichen tropischen Fischen befinden. Der zehn Meter tiefe Korallentank faßt 2,5 Millionen Liter Wasser und 87 Tonnen Salz, im nächsten Becken schwimmen Zebra- und Tigerhaie friedlich nebeneinander. Die neueste Ausstellung ist den Tieren gewidmet, die in den tiefsten Gewässern der Meere leben und denen sonst höchstens U-Bootfahrer begegnen können. Um wieder bequem nach oben zu kommen, nutzen die Besucher den einzigen Unterwasserlift der Welt, der aus zehn Meter Tiefe wieder an die Oberfläche fährt.

An der rund 12 000 Kilometer langen Küste Westaustraliens herrscht ein Artenreichtum, der sonst nur noch selten zu bewundern ist. Um diese Vielfalt für nachkommende Generationen zu bewahren, hat sich das Aquarium AQWA nördlich von Perth den Wassertieren Australiens verschrieben. In den Becken schimmert es farbenfroh: von orange-weiß gestreiften Clownfischen über blaugeringelte Oktopusse und tiefgrüne Schildkröten bis zu weißlich glänzenden Quallen. Durch den größten Wassertank führt Australiens längster Unterwassergang. Auge in Auge spazieren die Besucher vorbei an vier Meter langen Haien, riesige Rochen schwimmen über den Köpfen in dem Glastunnel hinweg. Im Außenbecken erfreuen sich vor allem die kleinen Gäste an den verspielten Seelöwen und tätscheln Seesterne im Streichelbecken. Wem das noch nicht genug ist, dem bietet AQWA ein unvergeßliches Erlebnis: Erwachsene schnorcheln oder tauchen mit den Haien, und Kinder übernachten im Glastunnel, umgeben von Haien und Schildkröten.

Das wohl größte Aquarium der Welt hat seit dem 23. November in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia seine Tore geöffnet. In diesem Aquarium haben 100 000 Tiere aus 500 Arten ihr neues Zuhause gefunden. In den Becken schwimmen nicht nur Hammerhaie, Aale, Rochen, kurios anzusehende Seedrachen und verschiedenste Arten tropischer und sogar elektrischer Fische, sondern auch Pinguine, Seehunde, Piranhas sowie Beluga- und Walhaie. Diese Haie sind die größten Fische der Welt, die bis zu 18 Meter lang werden. In der Mitte des Aquariums findet sich das größte lebende Riff außerhalb des Meeres - mit harten und weichen Korallen und knallbunten Fischen.

Und weil die Amerikaner für ungewöhnliche Ideen bekannt sind, bietet das Georgia Aquarium Hochzeitspaaren die Möglichkeit, sich inmitten Tausender Meeresbewohner sogar das Jawort zu geben.

 

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