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Reise

Mit Spanisch geht bald nichts mehr

Liebe Mallorca-Freunde, wenn Sie in diesen Tagen an jeder Kreuzung und auf jeder Brücke einen Polizisten sehen, dann bedeutet das: Der König ist da. Juan Carlos I. verbringt schon seit mehr als 25 Jahren mit seiner Familie (und natürlich zahlreichen Sicherheitsbeamten) die Sommerferien auf der Insel. Der beliebte Monarch wohnt im Palacio Marivent in Cala Mayor, dem westlichen Stadtteil von Palma. Zum Schutz des Königs liegt vor dem Palast sogar ein Kriegsschiff, Taucher des Militärs sichern zudem die Wasserseite des Schlosses ab. Mitten in Arenal - dort, wo vor knapp 50 Jahren die ersten deutschen Touristen auf Mallorca Urlaub machten - liegt das Ein-Sterne Hotel "Playa Grande". Ich habe mich mit Eigentümer Augustin Sabater (50) an der Bar zu einem Kaffee verabredet, um zu erkunden, wie das Geschäft in diesen Zeiten läuft. "Es geht noch. Mein Vater hat das Hotel gebaut", erzählt Sabater. "Wir haben nur deutsche Gäste, Stammkunden, und die kommen jedes Jahr wieder." Zu ihnen gehört auch der Hamburger Martin Spring (50). Seit 15 Jahren macht der Fassadenbauer aus St. Pauli mit Ehefrau Birgit hier Urlaub. Seine Argumente überzeugen: "Uns gefällt die Atmosphäre, der Preis stimmt - und der Strand ist nur 50 Meter weit weg." Im ehemaligen Kino am Ortsausgang von Port d'Andratx eröffnete jetzt der Düsseldorfer Lothar Neuse (46) mit seiner Ehefrau Ellen (40) eine Vinothek. Die "La Bodega Andratx" ist gleichzeitig Weinladen und Lokal, hier werden Weine erklärt und serviert. Zur Auswahl stehen 200 Weinsorten. Lothar Neuse, der zuvor Eigentümer des Musical-Theaters "Capitol" in Düsseldorf war, meint: "Die mallorquinischen Weine werden immer besser. Von den 120 verschiedenen Sorten gehören bereits zehn zu den internationalen Spitzenweinen." In Sóller treffe ich zwei glückliche Hamburger: Barbara und Helmut Helwig. Sie betreiben seit einigen Monaten ein Seminarhaus für Manager und Führungskräfte. "Can Nispero" ist in einem alten mallorquinischen Haus untergebracht. "Wir wollten mal was Neues machen", sagt mir die gelernte Hotelfachfrau Barbara. Ihr Mann war 20 Jahre lang Küchenchef im "Interconti" an der Alster. Nach einem Herzinfarkt zog es ihn gen Süden. Jetzt kocht er für gestresste Manager, die unter der Sonne auftanken wollen. Ein neuer Sprachenwirrwarr droht im nächsten Jahr auf der Insel. Das Mallorquin, ein Dialekt des Katalan, ist weiter auf dem Vormarsch, verdrängt mehr und mehr die spanische Sprache. Ab Juli 2003 sollen die Namen aller Geschäfte in Katalan/Mallorquin ausgezeichnet werden. Die Bäckerei heißt dann nicht mehr panaderia, sondern forn - was soviel wie Ofen bedeutet. Schon heute ist Katalan Amtssprache. "Mit meinem Spanisch komme ich oft nicht mehr weiter", stöhnt die Deutsche Andrea Huber, die in Spanien aufgewachsen ist und mittlerweile auf Mallorca lebt. "Ich lerne jetzt die Sprache der Einheimischen. Aber das ist gar nicht so leicht." Bis zum nächsten Mal Ihr

 

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