Kleine Fluchten: "Gutshaus Redewisch" in Boltenhagen
Sommerfrische an der Ostsee
Rundum wohlfühlen heißt die Devise in dem familiären Gutshaus inmitten weiter Natur.
Mitten in der Nautr liegt das Gutshaus Redewisch.
Foto: PR
Er fühlt sich hier sehr wohl, und das wünscht er sich auch für seine Gäste. Diesen fällt das ebenfalls leicht, das freundliche, familiäre Hotel "Gutshaus Redewisch" an der Ostseeküste zwischen Lübeck und Wismar ist liebevoll renoviert und schon auf den ersten Blick einladend. Ole Lueder, Betreiber des Hotels, ist der Urenkel des letzten Gutsbesitzers. Sein Vater, Carl-August Lueder, lebte bis zu seiner Jugend hier in Boltenhagen an Mecklenburgs Ostseeküste. Sein Vater wiederum hatte die Staatsdomäne im Ort gepachtet, Großvater August war Gutsherr auf Redewisch - bis kurz nach Kriegsende, als die Familie in den Westen ging. Nach der Wende entdeckte Carl-August Lueder den einstigen Familienbesitz wieder. Ab 1990 kämpfte er darum, das Gutshaus zurückzukaufen. Im Jahre 2000 konnte endlich mit der Sanierung und dem Umbau des Hauses zum Hotel begonnen werden, die Eröffnung wurde zwölf Monate später gefeiert.
Ein Haus mit langer Familiengeschichte und daher wie gemacht für ein gastliches, sehr persönliches Hotel. Die wechselvolle HIstorie sieht man dem klassizistischen Gebäude heute nicht mehr an. Vor allem seine Lage ist bezaubernd. Auch die große Terrasse des alten Gutshauses, mit freiem Blick auf Felder, Wiesen, Teiche und ein Wäldchen fällt ins Auge. Die Inneneinrichtung ist zeitlos schlicht, besonders schön sind die hohen Räume im ersten Stock, fast alle mit eigener Terrasse oder Balkon. Insgesamt sind es 21 Zimmer, dazu noch Restaurant, Kaminzimmer, eine Sauna mit Solarium und ein Kosmetikstudio mit verschiedenen Wellnessangeboten. Auch an Familien ist gedacht: Für sie gibt es Familienzimmer (3 oder 4 Betten) mit getrennten Schlafräumen.
Die unmittelbare Umgebung bietet viele Freizeitmöglichkeiten: spazieren gehen, Muscheln suchen und baden am Ostseestrand, segeln oder rudern mit Mietbooten, aber auch Rad fahren, wandern oder Ausflüge in den idyllischen "Klützer Winkel", in dessen Zentrum der historische Ort Klütz liegt. Er ist ebenso sehenswert wie die alte Hansestadt Wismar.
Zurück zum Gutshaus. Wie wurde Ole Lueder, als Nachfahre des einstigen Gutsbesitzers, von den Nachbarn eigentlich aufgenommen? "Prima," sagt Ole, "ich komme mit allen wunderbar klar. Hier im Gutshof haben wir einen Dorfstammtisch eingerichtet. Und die Nachbarn wissen es zu schätzen, dass wir hier selber arbeiten und nicht alles übers Geld läuft. Als die mich anfangs in Gärtnerklamotten beim Heckeschneiden im Garten gesehen haben, wunderte das so manchen. Aber eher positiv!"
Insgesamt ist der Stil des Hauses ebenso erfrischend wie unkompliziert. Gleiches gilt für die Küche: Ein Sternekoch wäre hier eher fehl am Platz, meint Ole Lueder. "Aber wir legen schon Wert auf gutes Essen." Das ist bodenständig, aber schmackhaft. Ein typisches Menü sieht etwa so aus: Schnecken in Knoblauchbutter, drei verschiede Fischsorten auf Lauch-Champignon-Sauce mit Krabben oder Schweinesteaks auf Rahmwirsing und Herzoginkartoffeln, Vanilleeistörtchen mit heißen Kirschen. Familiär und nicht abgehoben. Die Weinkarte wird kontinuierlich weiterentwickelt - wie auch das Haus insgesamt, Schritt für Schritt.
Hierzu lässt Ole Lueder sich einiges einfallen. Beispielsweise seine beliebten Jazzabende mit dem bekannten Pianisten Joja Wendt, jedes Jahr als Abschluss der Sommersaison - bezaubernde Abende, von denen die Zuhörer noch lange schwärmen. Leider habe man nur sehr beschränkten Platz, bedauert Ole Lueder, denn sonst würden zu diesen Konzertabenden, die bisher eher den Charakter eines echten Insidertipps haben, sehr viel mehr Besucher kommen.




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