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Reise

Teure Telefonate mit den Billig-Airlines

Ratgeber: Kritik an den Hotlines einiger Fluggesellschaften. Verbraucherschützer empfehlen: Besser das Internet nutzen.

Der Billigflug ist gebucht, und der Preis auf dem Ticket verdient die Bezeichnung "billig" tatsächlich. Teuer für die Kunden kann es nach der Buchung aber trotzdem werden: Vor allem Anrufe bei den Hotlines der Billigflieger gehen schnell ins Geld. "Vorschnell sollte man dort nicht anrufen", rät etwa Sabine Fischer von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam.

Eine für ihn ärgerliche Erfahrung mit einer Billigflieger-Hotline musste ein HLX-Passagier aus Hamburg machen: Er wählte eine Service-Nummer, für die laut seinen Unterlagen bei Anrufen aus dem deutschen Festnetz 12 Cent pro Minute fällig werden sollten. Am anderen Ende der Leitung hieß es, die Nummer sei nicht mehr gültig, der Fluggast wurde an eine andere verwiesen - für 99 Cent pro Minute. Dort erfuhr er jedoch, der Anruf schlage mit 1,48 Euro für jede Minute zu Buche.

Ähnlich tief müssen Ratsuchende bei anderen Billigfliegern in die Tasche greifen: Bei Germanwings etwa sind laut der Webseite des Unternehmens 99 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz fällig. Anrufe bei der Buchungszentrale von Ryanair kosten 62 Cent pro Minute. Treten technische Probleme bei der Internetbuchung auf, müssen für jede Minute sogar 1,86 Euro berappt werden. Bei Easyjet kosten Fragen zur Buchung oder "geringfügige" Änderungswünsche lediglich 12 Cent pro Minute. Für Buchungen und Umbuchungen wird aber bereits ein Euro fällig. Treten bei der Internetbuchung technische Probleme auf, schlägt ein Anruf mit 1,50 Euro pro Minute zu Buche.

Die Billig-Airlines verweisen übereinstimmend darauf, dass diese Nummern nur in Ausnahmefällen gewählt werden müssen. Laut Tanja Wielgoß vom Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) ergibt sich gerade daraus im Umkehrschluss eine der Begründungen für die hohen Preise: "Je weniger ein Service genutzt wird, desto teurer wird er, wenn er aufrecht erhalten werden soll."

Dieser Aussage nach müssten die Servicenummern "herkömmlicher" Airlines deutlich besser ausgelastet sein: Bei Lufthansa zum Beispiel zahlen Kunden 9 bis 12 Cent für die verschiedenen Dienste am Telefon. LTU gibt Auskünfte zu den normalen Festnetzpreisen, und das Servicecenter von Condor ist für 12 Cent pro Minute zu erreichen.

Deshalb nennt Tanja Wielgoß noch einen zweiten Grund für die teuren Servicetarife bei den Billigfliegern: "Je billiger die Tickets im Schnitt sind, desto eher müssen die Fluggesellschaften gucken, wo sie Geld verdienen können." Ein Zusammenhang zwischen vergleichsweise preisgünstigen Flügen und teuren Hotlines lässt sich also nicht von der Hand weisen.

Ryanair verdient mit der Hotline etwa durch Reisende, die eine Namensänderung vornehmen möchten. "Umbuchungen sind auch im Internet möglich", sagt Sprecherin Katja Zarbock. Auch bei Easyjet können Internetnutzer die kostenpflichtigen Nummern laut Sprecher Oliver Aust umgehen. "Buchungen, Umbuchungen und Namensänderungen sind per Internet möglich." Ebenso lässt sich bei Germanwings nach Angaben von Sprecher Heinz-Joachim Schöttes vieles online regeln.

Nach der Erfahrung von Verbraucherschützerin Sabine Fischer sind diese Aussagen zwar durchaus korrekt - aber der Fluggast hat häufig nichts von der Möglichkeit, per Internet mit den Airlines in Kontakt zu treten: "Auf E-Mails bekommen die Kunden häufig keine Antwort, oder sie lässt lange auf sich warten." Wer schneller Bescheid wissen will, muss also doch zum Telefonhörer greifen. Easyjet etwa macht daraus auch gar keinen Hehl: Auf der Website heißt es, das Unternehmen bemühe sich, Anfragen per Post oder per E-Mail innerhalb von 12 Tagen zu beantworten. Dringende Anfragen lassen sich deshalb im Prinzip nur am Telefon klären. "Das ist grenzwertig, so etwas geht eigentlich nicht", kommentiert Tanja Wielgoß.gms

 

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