Kleine Fluchten: Hotel "Reichshof" in Norden
Ostfriesland mit Flair
Ein alter Kornspeicher ist das Schmuckstück des Hotel-Areals mit insgesamt sieben Gebäuden.
Der alte Kornspeicher gilt als Schmuckstück des Hotel-Areals.
Foto: Michael Pasdzior
Ein Wegweiser erleichert ankommenden Gästen die Orientierung. Die Schilder hängen an der alten Laterne im Innenhof des Hotelgeländes, das sich über sieben Gebäude erstreckt. Dennoch fühlt sich hier niemand verloren - der heimelige Charakter des ostfriesischen Hotels ist trotz stetiger Vergrößerung erhalten geblieben.
Seine Geschichte begann vor mehr als 350 Jahren. Erst war das Areal Brauerei, später Ölmühle, Ausspannwirtschaft, Gasthof und Hotel. Zeitweilig diente es auch als Tanzlokal und Kino.
So vielseitig wie die Funktionen, so zahlreich waren die Namen: Von "Bremer Schlüssel" über "Schwarzes Pferd" bis hin zu "Hotel Frisia" reichte die Palette. Seinen heutigen Namen verdankt der "Reichshof" Karl Zicke, dem Eigentümer ab 1920. Im Jahre 1953 erwarben Willi und Martha Franke das Haus, das sie 1975 an Hans-Jürgen und Dorothea Franke übergaben. Der Name des Holtels blieb dabei derselbe.
Die Frankes stammten ursprünglich aus Berlin, der Zweite Weltkrieg verschlug sie nach Norden. "Wir sind sogenannte Rucksackostfriesen", sagt Hans-Jürgen Franke, der mit Dorothea eine waschechte Ostfriesin an seiner Seite hat. Auch die Tochter tritt in die Fußstapfen der Eltern: Gemeinsam mit ihrem Mann Björn Haver wird sie in naher Zukunft mit viel Energie das Familienunternehmen weiterführen.
Man sieht, dass viel Arbeit in dem gemeinsam Geschaffenen steckt. Vor allem der alte Kornspeicher mit seinen Holzbalken zieht die Blicke auf sich. Da das Gebäude aus dem Jahre 1670 denkmalgeschützt ist, wurden zahlreiche Auflagen gemacht. Mit viel Mühe ist es gelungen, den Charakter des Speichers in allen Zimmern und Fluren zu erhalten. Dies gilt ebenso für die Rezeption, den geschmackvollen Frühstücksraum und den zeitgemäßen Barbereich. Die Zimmer sind im modernen Landhausstil möbliert und durch die niedrigen Decken mit dicken Balken und die kleinen Fenster sehr gemütlich. Abends wird das alte Ziegelsteinhaus effektvoll beleuchtet.
Nahezu alle Gebäude sind miteinander verbunden; die Räumlichkeiten verströmen weniger friesisch-herbes als vielmehr südliches Flair. Ungewöhnlich ist der Wellnessbereich, der sich über drei Stockwerke erstreckt: Während sich im Erdgeschoss das Schwimmbecken und der Dünensand befinden, liegt der Saunabereich in den beiden oberen Stockwerken, die durch eine Holztreppe miteinander verbunden sind. Bio-, Dampf-, Rotlicht- und finnische Sauna sind mit Lehm verputzt. Im Ruhebereich erwärmt an kalten Tagen ein Kamin zusätzlich den Raum. Der mit einem Glasdach versehene Ruheraum liegt einen Stock höher - mit Blick auf die vorbeifliegenden Wolken und den ostfriesischen Himmel. Für Kinder gibt es eigens eine Wellnessausstattung mit kleiner Badetasche, Bademantel und -schuhen sowie Kinderpflegeprodukten.
Die Speisekarte im Restaurant bietet eine große Auswahl, "von einfachen Sachen über feine Gerichte bis hin zur Gourmetküche", wie Hans-Jürgen Franke beschreibt. Selbst an Vollwert-Kindergerichte ist gedacht - hier findet jeder etwas für seinen Geschmack.




Urlaub an der See
Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




