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Reise

Kleine Fluchten: Das "Burghotel" in Haselünne im Emsland

Zwei Adelshäuser im Emsland

Wo sich früher höfisches und kaufmännisches Leben abspielte, kann man heute residieren.

Eigentlich wollte sie ja immer weg aus dem Emsland, sagt Anja Lammers. Darum habe sie seit ihrem 17. Lebensjahr in der Gastronomie und im Hotelfach gelernt und gearbeitet. Das Emsland im Nordwesten, unterhalb Ostfrieslands kurz vor der niederländischen Grenze, war schon immer eine eher abgelegene Region. Inzwischen ist Anja Lammers seit 2009 Mitglied der Geschäftsleitung des "Burghotels" in Haselünne - den Reizen des Emslandes verfallen; gerade dessen relative Abgeschiedenheit lockt mehr und mehr Besucher.

Vor allem Familien schätzen die idyllische Landschaft und die ursprüngliche Natur mit ihren vielen Freizeitmöglichkeiten. "Hier gibt es eigentlich nichts, was man nicht tun möchte", versichert die Hotelchefin lachend. "Nur ein Strand, der ist ziemlich weit weg." Dafür entschädigen jedoch ein Freibad und ein Hallenbad sowie das weitläufige Naturschutzgebiet Wacholderhain, in dem man wandern oder Kajak und Kanu fahren kann. Auch passionierte Reiter, Golfer oder Tennisspieler kommen hier auf ihre Kosten.

Das Burghotel in Haselünne: Hier wird frische Landküche auf hohem Niveau serviert.

Das Burghotel in Haselünne: Hier wird frische Landküche auf hohem Niveau serviert.

Das Burghotel organisiert für die Hausgäste auch Radtouren durch Wälder, Felder und Wiesen - besonders Ausdauernde erwartet ein 265 Kilometer langer Radwanderweg durch die faszinierende Flusslandschaft.

Haselünne ist hier die älteste Stadt, urkundlich erwähnt bereits anno 1220. Zwei der historischen Gebäude sind - aufwendig renoviert - seit einigen Jahren zum Burghotel vereint: zum einen das "Haus Monnich", ein historischer Hof, benannt nach einem Freiherrn von Monnich, der 1346 in den Annalen der Stadt genannt wird. Dazu kommt das "Haus Russell", ein Palais aus dem Jahre 1546. Beide Häuser sind durch einen unterirdischen Gang vebunden - ganz nach Art einer alten Burg. Vom stilvoll integrierten modernen Komfort abgesehen, haben beide Häuser mit ihren Salons, Treppenaufgängen und Stilelementen die Atmosphäre honoriger Adelshäuser behalten. Insgesamt bietet das Burghotel 30 Zimmer und zwei Suiten. Kinder sind gern gesehene Gäste: Sie finden es spannend, in Kuppelsaal,Hansekontor oder Ritterdiele Geschichte hautnah zu erleben.

Das vielseitige, opulente Frühstücksbüfett kann man im kleinen Saal unter der Glaskuppel genießen. Snacks und kleinere rustikale Gerichte bekommt er abends in der "Burgschänke" des Nachbarn "Jagdhaus Wiedehage". Der Küchenmeister von nebenan hat sich einen hervorragenden Ruf erkocht. Das "Jagdhaus" kultiviert eine anspruchsvolle, frische Landküche auf hohem Niveau und hat für Burghotel-Gäste immer einen Tisch frei.

Auch an den reizvollen Ausflugszielen in der Umgebung mangelt es nicht: In Papenburg etwa kann man die Meyer-Werft besichtigen oder in Haselünne das Freilicht- und Heimatmuseum mit seinen über 200 Jahre alten restaurierten Häusern erkunden. Auch fahrten mit der Landauer Kutsche, dem historischen Dampfzug oder eine Draisinentour sind besondere Erlebnisse. Am des Aufenthalts mag es dann manchem Gast so gehen wie Anja Lammers: Eigentlich will man gar nicht mehr weg.

 

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