23.06.12

Unterwegs getroffen

Ein Weltenbummler, der Hamburg seinen Heimathafen nennt

Von Jürgen Bungert

"Hamburg ist mein Heimathafen, aber zu Hause bin ich nur selten", sagt Michael Poliza und lächelt. Seine Lebensgefährtin habe dafür Verständnis.

Wir sitzen in Porto Petro, einem der schönsten Häfen Mallorcas, und schauen aufs Meer. Sieben Monate im Jahr sei er unterwegs. Immer mit der Kamera. Und immer auf der Suche nach neuen Eindrücken, nach dem Kick.

Ich treffe den Hamburger Globetrotter und Naturfotografen Michael Poliza auf Mallorca. Weil er hier gerade seine Philosophie von einer neuen Welt des Reisens präsentiert. Der Reiseveranstalter TUI hatte die Idee aufgegriffen und die neue Reisemarke "Michael Poliza Experiences" ins obere Preissegment seines aktuellen Fernreise-Programms aufgenommen.

Polizas Fotobücher wie "Eyes over Afrika", "Kenia" oder "Antarctic" sind Bestseller. Sie haben dem Leser besondere Perspektiven auf den Planeten eröffnet. Immer wieder stellte sich der 54-Jährige dem Unberechenbaren. Stürme, Taifuns und Hurrikans konnten ihn nicht schrecken. Löwen fotografierte er aus nächster Nähe - doch bei Eisbären hielt er respektvoll Abstand. "Wir stehen auf ihrer Speisekarte", sagt er. "Sie sind bis zu 100 Kilo schwer, vier Meter groß und blitzschnell. Ein hungriger Eisbär bedeutet höchste Gefahr. Ich hatte immer eine Waffe dabei, um im Notfall einen Schreckschuss abzugeben. Eisbären sind lebensgefährliche Giganten. Ein Löwe ist dagegen eine zahme Hauskatze."

Weniger gefährlich, aber doch abwechslungsreich verlief die erste Lebensphase von Michael Poliza. Er wurde am Neujahrstag des Jahres 1958 geboren, wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Eppendorf auf, die Eltern betrieben ein Restaurant. Bereits als Teenager machte er Karriere: als Kinderstar im Fernsehfilm "Tadellöser und Wolff". Später ging er als Austauschschüler nach Amerika, machte dort seinen Highschool-Abschluss, studierte Informatik und gründete in Deutschland ein erfolgreiches IT-Unternehmen. 1997 verkaufte er seine Firma, suchte und fand eine neue Herausforderung. Mit einem Schiff begab er sich auf seine berühmte "Starship Millennium Voyage" rund um die Welt. Journalisten und Fotografen begleiteten ihn. Der Unternehmer war zum Abenteurer und Weltenbummler mutiert. Sein Buch, das er über diese Reise schrieb, verkaufte sich 50 000-mal. 2009 wurde er zum Botschafter des World Wildlife Funds (WWF) ernannt. Nach der Weltumsegelung wurde Kapstadt Polizas neuer Lebensmittelpunkt, Afrika sein bevorzugtes Revier, die Kamera sein ständiger Begleiter, Reservate und Nationalparks boten ihm atemberaubende Motive. Immer wieder suchte er neue Herausforderungen. So fotografierte er aus der offenen Tür des Helikopters den Schwarzen Kontinent aus der Vogelperspektive. Ein echter Fotomarathon von Hamburg nach Kapstadt. Der Bildband "Eyes over Afrika" wurde prompt in den USA und Deutschland als eines der besten Fotobücher ausgezeichnet.

Was treibt ihn immer wieder an? "Ich möchte, dass bei meinen Lesern ein Gefühl für die Natur entsteht", sagt er. "Nur so begreifen wir, dass wir sie schützen und bewahren müssen wie ein Heiligtum."

Aber auch zu den Menschen, die in den entlegensten Winkeln der Welt noch ein unberührtes Leben führen, suchte er vorsichtigen Kontakt. "Wir haben uns mit Händen und Füßen verständigt", berichtet er. "Ich habe ihnen die Bilder auf dem Display meiner Kamera gezeigt und so langsam ihr Vertrauen erlangt."

Zugegeben, man hängt an seinen Lippen, wenn er von seinen Abenteuerreisen berichtet. Seinen künftigen Gästen will er nun dieses Afrika näherbringen: Botswana mit seinem Okavangodelta für die Tierliebhaber, den unbekannten Norden Kenias für die Naturfreunde, Namibias Einsamkeit für die Elefantenfans und Südafrika mit seinen tollen Lodges für den Afrika-Einsteiger. Manchmal werde er selber dabei sein, sagt er. "Wenn nicht, wird die Reise perfekt geplant. Persönliche Betreuung durch befreundete Gastgeber ist garantiert. Gereist wird im Landrover, geflogen mit dem Hubschrauber, gewohnt in einer Lodge oder in einem Zeltcamp." Natürlich hat der Luxus dieses einmaligen Erlebnisses seinen Preis. Zwischen 12 000 und 20 000 Euro plus den jeweiligen Flug pro Person kostet eine zehn- bis zwölftägige Abenteuerreise.

Dafür ist aber auch so manch Überraschendes geplant: Fahrten mit einem Heißluftballon, Zwischenlandungen auf Vulkankratern oder ein Flug im Sonnenaufgang zum 5000 Meter hohen Mount Kenia. "Wir wollen Momente schaffen", betont Michael Poliza, "von denen die Reiseteilnehmer auch noch Jahre später erzählen."

Mehr Infos: www.mp-experiences.de

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