21.05.12

Nach "Costa Concordia"-Havarie

Costa feilt mit Dumping-Preisen am Image

Nach der Havarie der "Costa Concorda" im Januar gingen die Buchungszahlen bei der Kreuzfahrt-Reederei zurück. Jetzt locken Tiefpreis-Angebote.

Foto: picture alliance / dpa/ANSA
Costa Condordia
Baden mit Blick aufs Schiff: Die Bergung der havarierten "Costa Concordia wird bis zu ein Jahr in Anspruch nehmen

Ein ganzes Jahr lang soll die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" dauern - das teilten die beteiligten Unternehmen am vergangenen Freitag mit. Es scheint, als versuche die Kreuzfahrtreederei Costa unterdessen, ihr beschädigtes Image nun mit Dumping-Angeboten zu verschiedenen Mittelmeer-Destinationen zu flicken: Während der "Kennenlern-Wochen" können Kreuzfahrer zum Beispiel einige Städte in Spanien, auf den Balearen und Malta ab 333 Euro pro Person vom Schiff aus erkunden. "Qualität, Sicherheit, Komfort und Service - überzeugen Sie sich persönlich und entdecken Sie mit uns die ganze Welt," heißt es auf der Angebotsseite. Normalerweise muss der Kreuzfahrer für eine Reise dieser Art bei Costa rund 919 Euro aufbringen.

Die Kennenlern-Preise von Costa sind also durchaus ein Schnäppchen. Zusätzlich zum Dumping-Preis muss jedoch mit einer Service-Gebühr ab 7,00 Euro pro Tag und Person gerechnet werden, Kinder bis 14 Jahre zahlen 50% der Servicegebühr. Und wie bei den meisten anderen Kreuzfahrten auch kosten Kabinen mit Meerblick oder Balkon extra.

Insgesamt erfährt die Kreuzfahrtbranche zur Zeit einen Aufbruch. Auch Heiko Jensen, Deutschland-Chef von Costa Kreuzfahrten, sagte Anfang Mai gegenüber dem Abendblatt, dass die Buchungen wieder stark anzögen. "In den ersten Wochen nach der Havarie verzeichneten wir ein Minus im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit Anfang März ziehen die Buchungen wieder stark an," so Jensen.

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" am 13. Januar waren 30 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Zwei Menschen werden immer noch vermisst. Die "Costa Concordia" war zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war mit mehr als 4 200 Menschen an Bord gekentert. Der Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest bei Neapel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.

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