Kleine Fluchten: "Schlosshotel" in Tangermünde
Geschichte, Elbblick & viel Komfort
Die ehemalige Zweitresidenz Kaiser Karl des Vierten ist heute ein einladendes Schlosshotel.
Eine schlichte Fassade mit edlem Innenleben dahinter: das Schlosshotel auf der Burg über dem Elbufer.
Foto: Detlef Berg
Alljährlich findet im September in Tangermünde ein Burgfest statt. Höhepunkt ist der historische Festumzug, bei dem Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin hoch zu Ross durch die Straßen der kleinen Stadt an der Elbe in die Burg einziehen. So ehren die Tangermünder einen Herrscher, der ihrer Stadt eine Blütezeit bescherte. Karl, der im Prager Hradschin residierte, konnte 1373 die Mark Brandenburg zu Gunsten des Reiches erwerben; die Burg über der Elbe, deren Ursprünge auf das Jahr 1009 zurückgehen, wurde zu seiner Zweit-Residenz. Doch der Kaisertraum von Tangermünde währte nur kurze Zeit. Nach dem Tod von Karl IV. 1378 versank das Herrschaftszentrum mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit.
"Nach der Zerstörung der Anlage durch schwedische Truppen 1640 ließ der preußische König Friedrich I. um 1700 ein Amtshaus auf der Burg bauen, in dem sich heute das Schlosshotel befindet", erzählt Melanie Busse. Die gebürtige Tangermünderin hatte sich, als das Gebäude 1998 zum Verkauf ausgeschrieben wurde, mit einem Hotelkonzept beworben. Sie erhielt den Zuschlag, und seit August 2000 präsentiert sich liebevoll restaurierte Schloss als schmuckes Hotel.
Im Hauptgebäude, in den drei angrenzenden Gartenhäusern und in der Dependance "Königin Luise" sind 34 Zimmer und eine Elbsuite entstanden, die geschmackvoll mit Stilmöbeln eingerichtet wurden. Speziell für Familien stehen zwei große Zimmer zur Verfügung. Für romantische Schlossatmosphäre sorgen die Räume im obersten Stockwerk des Hauptgebäudes: Die schwarzen Holzbalken der Dachkonstruktion setzen besondere Akzente. Der Blick aus den Fenstern reicht über die Elbe mit ihrer weiten Auenlandschaft bis hin zu den Turmspitzen der berühmten Klosterkirche von Jerichow auf der anderen Elbseite - ein großartiges Panorama, das sich in wärmeren Jahreszeiten auch von der im Garten gelegenen Kaiserterrasse aus genießen lässt.
Das Restaurant serviert frische Produkte, der Jahreszeit und Region angepasst. Der Schwerpunkt liegt auf deutscher Küche mit Pfiff, etwa Hähnchen-Wirsing-Roulade mit Kartoffel-Sellerie-Püree. Die Forelle oder das Châteaubriand werden direkt am Tisch vollendet.
Zum restaurierten Gebäudeensemble gehören neben dem Schloss und den Gartenhäusern auch ein Kapitelturm, der Gefängnisturm und die Alte Kanzlei, die für Feierlichkeiten genutzt wird.
Entspannung bietet die Kaisertherme im Amtsgarten. Auf 600 Quadratmeter Innenfläche findet man hier ein Schwimmbad mit Blick ins Grüne, verschiedene Saunen und Dampfbäder, das Kaiserbad für romantische Bäder zu zweit, Ruheräume sowie einen Fitnessraum. Die Liegewiese am Kapitelturm mit der Außensauna lädt zum Träumen ein.
Um die landschaftlichen Schönheiten und die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region kennenzulernen, empfiehlt es sich, durch die reizvolle Auenlandschaft zu wandern, auf dem Elberadweg am Fluss entlangzuradeln oder einen Schiffsausflug nach Magdeburg oder Havelberg mit seiner Dom- und Inselstadt zu unternehmen.




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