Speziell für Familien steht noch ein Apartment mit Zimmer für die Kleinen zur Verfügung.
Am zweiten Wochenende im September findet alljährlich in Tangermünde ein Burgfest statt. Höhepunkt ist der historische Festumzug. Dabei ziehen Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin hoch zu Ross und in Begleitung ihres Gefolges durch die Straßen der Kleinstadt an der Elbe in der Altmark, der nördlichsten Region des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, in die Burg ein. So ehren die Tangermünder einen Herrscher, der ihrer Stadt eine Blütezeit bescherte.
Karl, der im Prager Hradschin residierte, konnte 1373 die Mark Brandenburg zu Gunsten des Reiches erwerben und machte die Burg über der Elbe zu seiner Zweit-Residenz. Er ließ die Anlage, deren Ursprünge auf das Jahr 1009 zurückgehen, großzügig ausbauen und weilte insgesamt achtmal in ihren Mauern. Doch der Kaisertraum von Tangermünde währte nur kurze Zeit. Nach dem Tod von Karl IV. 1378 versank das Herrschaftszentrum mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit.
"Nach der Zerstörung der Anlage durch schwedische Truppen 1640 ließ der preußische König Friedrich I. um 1700 ein Amtshaus auf der Burg bauen, in dem sich heute das Schlosshotel befindet", erzählt Melanie Busse. Als das Gebäude 1998 zum Verkauf ausgeschrieben wurde, bewarb sich die gebürtige Tangermünderin mit einem Konzept, das die Errichtung eines Hotels in dem seit zehn Jahren leer stehenden Haus vorsah. Sie bekam den Zuschlag, im September 1999 begann der Umbau. "Ohne die Hilfe meines Vaters, der einen Malerbetrieb leitet und Erfahrungen mit komplizierten Bauvorhaben einbringen konnte, hätte ich diesen Schritt vielleicht niemals gewagt", bekennt Melanie Busse freimütig. "Außerdem hatten wir mit dem Hotel Schwarzer Adler, das 1992 an unsere Familie zurückübertragen wurde und das älteste Hotel der Stadt ist, Erfahrungen im Hotelbereich sammeln können."
Seit August 2000 präsentiert sich das liebevoll restaurierte Schloss als schmuckes Hotel. Im Hauptgebäude und in zwei angrenzenden Gartenhäusern sind 22 Zimmer und Suiten entstanden, die geschmackvoll mit Stilmöbeln eingerichtet wurden. Speziell für Familien steht noch ein Apartment mit Zimmer für die Kleinen zur Verfügung. Für romantische Schlossatmosphäre sorgen die Zimmer im obersten Stockwerk: Dort setzen geschickt in die Inneneinrichtung integrierte schwarze Holzbalken der Dachkonstruktion besondere Akzente. Der Blick aus dem Fenster reicht über die Elbe mit ihrer weiten Auenlandschaft bis hin zu den Turmspitzen der berühmten Klosterkirche von Jerichow auf der anderen Elbseite. Dieses großartige Panorama lässt sich in wärmeren Jahreszeiten auch von der Terrasse des Hotelrestaurants und unter dem Blätterdach alter Linden im Schlosshof genießen.
Das Restaurant serviert vor allem gutbürgerliche Küche, etwa gefüllte Rinderroulade an feiner Sauce mit Apfelrotkraut und Petersilienkartoffeln für 10,80 Euro oder eine deftige Landsknechtpfanne mit verschiedenen Filetwürfeln in Champignon-Specksauce, Marktgemüse und Bratkartoffeln für 13,10 Euro. Auch ein Burg- und ein Feinschmeckermenü stehen zur Wahl. Die Produkte sind sorgfältig zubereitet, die Teller liebevoll angerichtet.
Zum restaurierten Gebäudeensemble gehören neben dem Schloss und den Gartenhäusern auch ein Kapitelturm, der Gefängnisturm und die Alte Kanzlei. "Den Gewölbekeller der Alten Kanzlei nutzen wir für größere Feierlichkeiten", erzählt Melanie Busse. "Die Tische werden dann mit edlem Porzellan, Tafelsilber und eleganten Gläsern festlich eingedeckt und durch Kerzenlicht in Szene gesetzt."
Entspannung bieten die im Schlosskeller untergebrachte Sauna und das römische Dampfbad - wer mag, kann sich auch eine kosmetische Behandlung gönnen. Um die landschaftlichen Schönheiten und die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region kennen zu lernen, empfiehlt es sich, durch die botanisch reizvolle Auenlandschaft zu wandern, auf dem Elberadweg am Fluss entlang zu radeln oder einen Schiffsausflug nach Magdeburg oder Havelberg mit seiner Dom- und Inselstadt zu unternehmen.
Nicht fehlen sollte natürlich ein Rundgang durch das fast tausendjährige Tangermünde selbst. Glanzpunkte sind die sorgfältig restaurierten Fachwerkhäuser, die St. Stephanskirche mit der berühmten Scherer-Orgel und das Backstein-Rathaus von 1430 mit seinem eindrucksvollen Giebel.













