Kleine Fluchten: Schloss "Frauenmark" in Mecklenburg Vorpommern
Schlossaufenthalt mit Shopping-Möglichkeit
Wer auch zu Hause weiter unter einem Baldachin schlafen möchte, kann ihn hier gleich kaufen.
Die nostalgische Möblierung soll nicht allein dem Hotel zugute kommen. Wer mag, kann solche Stücke auch hier kaufen.
Foto: Brigitte Ehrich
Von der Bundesstraße Parchim nach Schwerin kurz hinter Friedrichsruhe zweigt eine kleine Straße nach Frauenmark ab. Den Ort allerdings sucht man vergebens. Ein paar Häuser und Höfe, eine Mühle, eine historische Backsteinkirche und viel Mecklenburger Land: Wiesen, Weiden, Wälder. Gerade mal 120 Einwohner hat das Dorf, das seinen Ursprung bis ins 13. Jahrhundert hat. Dann leuchtet plötzlich ein terrakottafarbenes Gebäude durch die Bäume: Schloss Frauenmark. Kein verspieltes Schloss mit Zinnen und Türmchen, sondern eher ein gediegenes großes Gutshaus. Und das war es auch ursprünglich, bis es - nach wechselvoller Geschichte - der Berliner Kaufmann Ingo Rothenberg zum exquisiten Hotel mit stilvollem Ambiente machte.
1860 erbaut, brannte das Haus schon 30 Jahre später wieder ab. Im Jahre 1893 wurde es neu aufgebaut; danach wechselte es mehrmals die Besitzer. Als Ingo Rothenberg das verborgene Juwel 1996 kaufte, war es in einem höchst desolaten Zustand. "Wir haben zwei Jahre gebaut, restauriert und rekonstruiert", sagt er. Zugemauerte Türdurchgänge, eingezogene Zwischenwände wurden entfernt, die Originalzimmer wiederhergestellt - bis zu komfortablen 40 Quadratmeter groß. Schließlich folgte die Inneneinrichtung, wobei Rothenberg als Inhaber einer Firma für Wohndekor und Accessoires quasi an der Quelle saß. Auf vielen Reisen von Hongkong bis England hatten er und seine Frau Petra Anregungen gesammelt, die der Gestaltung des Hotels zugutekamen. Tritt man heute durch das Eingangsportal, findet man sich in einer hohen Halle mit gemütlichen Sitzecken wieder; im alten Sandsteinkamin lodert anheimelndes Feuer. Eine Rezeption sucht man hier vergebens, eingecheckt wird per Handschlag. Gelegentlich streicht dabei Kater Fitzpatrick um die Beine.
14 Zimmer mit Namen wie Cecilie oder Maria Stuart, fünf davon Suiten, gibt es im Hotel, jedes individuell mit ausladenden Betten, Baldachinen, Stilmöbeln und reichem Dekor eingerichtet. Der Clou: Alle Ausstattungsstücke kann man käuflich erwerben - einen Spiegel im Goldrahmen etwa, den Krug aus italienischer Keramik, die nostalgische Badewanne mit goldenen Klauenfüßen oder den mit Silber beschlagenen indischen Sessel aus der romantischen Dinner-Suite, die zum trauten Tête-à-Tête bei Kerzenschein einlädt.
Das Restaurant Claude Monet wurde - eine Anregung aus dem Monet-Wohnhaus im französischen Giverny - ganz in Gelb und Blau gestaltet. Hier werden gutbürgerliche Gerichte wie beispielsweise Kassler mit Weinkraut und Kartoffelschnee oder Gänsekeule mit Knödel und Rotkohl zu bürgerlichen Preisen serviert. Die Spezialität des Hauses jedoch ist Tee: zirka 20 verschiedene Sorten stehen auf der Getränkekarte - vom Darjeeling bis hin zum Sencha-Champagner-Tee aus China. Wer mag, kann sie in einem kleinen Teeshop im Hotel auch für zu Hause kaufen. In Teeseminaren klärt der Hausherr gern über Besonderheiten und die richtige Zubereitung auf. Für Veranstaltungen steht der elegante Festsaal zur Verfügung, der eines echten Schlosses würdig ist. Auf der Westseite des Schlosses öffnet sich ein zirka 10.000 qm großer formeller Garten, der alle Gäste des Hauses willkommen heißt.




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