Rom vervierfacht Einfahrtsgebühr
Italiens Hauptstadt kassiert Busfahrer kräftig ab - und macht so Reiseveranstalter zornig
Mit scharfen Tönen hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) gegen die Erhöhung der sogenannten Einfahrtsgebühr nach Rom protestiert, die pünktlich zum Beginn der Hochsaison in Kraft getreten ist. Nach bdo-Informationen müssen Reisebusse, die jetzt in die italienische Hauptstadt fahren wollen, ab sofort 115 Euro bezahlen; und zwar jedes Mal, wenn sie die Stadtgrenze überqueren. Bislang waren 31 Euro fällig. Sprecher Martin Kaßler zufolge ist die Erhöhung "nur zufällig" am vorvergangenen Freitag bekannt geworden.
Zornig sind die Busunternehmer vor allem, weil die Reisekataloge für das laufende Jahr seit Monaten gedruckt und Reisen gebucht sind. Kaßler zufolge sind "mehrere Hundert" Busunternehmen von dem Schritt betroffen.
Die Änderungen beziehen sich auf Einfahrtstarife, Parkgenehmigungen und Ticketkauf. Ferner seien strengere Umweltvorschriften geplant. Die bisherige Unterteilung Roms in zwei verkehrsberuhigte Zonen bleibe erhalten. Martin Kaßler erläuterte, die erhöhte Einfahrtgebühr werde selbst dann fällig, wenn ein Unternehmer Gäste zum Hotel in der Stadt schaffen und das Fahrzeug außerhalb abstellen wolle. Andere italienische Städte hätten ähnliche Regelungen. So müssen in Pisa für den Parkplatz je nach Länge des Busses zwischen 73 und 109 Euro, für die Durchfahrt (zum Hotel, aussteigen und zurück) zwischen 91 und 127,50 Euro bezahlt werden. Einfahrtbestimmungen in Italiens Städte würden stetig neu geregelt und auch kurzfristig geändert.
Der Bundesverband hat sich in Sachen Einfahrtsgebühr an den Bundeswirtschaftsminister, den italienischen Tourismusminister und Roms Oberbürgermeister gewandt. Die Italienische Zentrale für Tourismus in Frankfurt (ENIT) erklärte auf Abendblatt-Anfrage, Erhöhungen seien Sache der Städte und Gemeinden, Einfluss nehmen könne man darauf nur wenig.



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