Stormarn
20.01.04

Bela B. - ein Star beim Lümmellauf

Ahrensburg: Der Ärzte-Schlagzeuger nutzt den Traditions-Wettkampf zur Vorbereitung auf den Marathon.

Von Sören Bachmann

Ahrensburg. Auf dem Pausenhof der Grundschule Dänenweg steht Dirk Felsenheimer (41) ausnahmsweise nicht im Rampenlicht. Kaum jemand nimmt von dem besser unter seinem Künstlernamen Bela B. bekannten Schlagzeuger der Rockband Die Ärzte Notiz, als er beim 26. Lümmellauf des SSC Hagen Ahrensburg über 19 300 Meter als 100. der Gesamtwertung die Ziellinie überquert und seinem Freund und Privattrainer Daniel Pacher (29) um den Hals fällt. Seine Schuhe und die weißen Sportsocken sind unterwegs schmutzig geworden. "So, und wer holt jetzt die Wurst?", fragt Felsenheimer nach kurzer Verschnaufpause und schiebt seine auffällige Sportbrille zurecht. Wenig später kehrt Pacher mit zwei "Lümmeln" zurück - so heißen die außergewöhnlich großen Bockwürste, von denen bei dem Ahrensburger Laufspektakel jeder Teilnehmer eine bekommt.

Wie lecker so ein heißer "Lümmel" ist, davon mag sich der Musik-Star dann aber doch nicht selbst überzeugen. Stattdessen vergrößert er seine gewaltige Fangemeinde um zwei weitere Anhänger: Die Wurst dürfen sich Pachers Hunde Shirley und Yukai teilen. Verdient haben es die Tiere allemal. Schließlich sind sie die fast 20 Kilometer neben ihrem Herrchen gelaufen.

Felsenheimer ist häufig in Ahrensburg unterwegs, weil er hier mit Pacher trainiert. "Da bietet es sich ja an, beim Lümmellauf mitzumachen", sagt er. Vor ein paar Jahren habe er gemerkt, auch mal etwas für seinen Körper tun zu müssen, erzählt der Musiker, während die beiden Hunde noch schmatzen. "Und die zusätzliche Kondition kann mir auch nicht schaden. Unsere Konzerte dauern inzwischen ja doppelt so lange wie noch in den 80er-Jahren."

Am 4. Mai beginnt die nächste Deutschland-Tournee der "besten Band der Welt", wie sich Die Ärzte selbst bezeichnen. Bis dahin ist Felsenheimer noch in Sachen Sport unterwegs. Ahrensburg war die erste Station auf seinem Tourplan für dieses Jahr. Höhepunkt soll nach weiteren Vorbereitungs-Wettkämpfen im April der Dracula-Transilvania-Marathon von Schässburg nach Mediasch in Rumänien sein. Zweimal sind Felsenheimer und Pacher bereits gemeinsam die 42,195 Kilometer gelaufen: vor zwei Jahren in New York und im vergangenen Jahr in Hamburg.

Die Siegerin im Frauen-Gesamtklassement hat sich von den Strapazen gerade erholt, als Pacher mit dem prominentesten unter den 968 Teilnehmern des restlos ausgebuchten 26. Lümmellaufs ins Ziel kommt. Es ist die 19 Jahre alte Maren Ernst vom SV Großhansdorf, die kürzlich zu Stormarns Leichtathletin des Jahres gekürt wurde. Ihre Zeit: 1:26,08 Stunden. Pacher blickt auf seine Stoppuhr, die 1:32,52 Stunden anzeigt, und ist ebenfalls zufrieden: "Wir liegen fast genau im Plan", sagt er. Wäre der Ahrensburger nicht als Trainer unterwegs gewesen, hätte er den Lauf möglicherweise sogar gewonnen. So aber triumphiert Michael Gräper von der Möllner SV (1:12,43 Std.).

Ein anderes Stormarner Gespann hält derweil schon stolz seine Urkunden in der Hand. Holger Aßmann ist mit seiner Tochter Jule zum ersten Mal 9700 Meter weit gelaufen. "Ich hatte die Befürchtung, dass sie auf dem letzten Abschnitt einbricht", erklärt er, sieht sich aber eines besseren belehrt. Die erst zehn Jahre alte Großhansdorferin, die für die LG Glinde startet und offenbar mit außergewöhnlichem Talent ausgestattet ist, schafft eine dicke Überraschung und gewinnt in 37,29 Minuten die Frauen-Gesamtwertung. Der Vorjahressiegerin Anke Lakies (VfL Oldesloe) bleibt nur Rang zwei.

Auch Peter Waterstradt ist zufrieden. "Alles hat gut geklappt. Schade nur, dass wir 150 Aktiven absagen mussten. Die Kapazität ist leider begrenzt", sagt der Organisator. Für noch mehr Läufer stünden nicht mehr ausreichend Umkleide- und Duschmöglichkeiten zur Verfügung. Und dann ist da noch der Holzsteg im Wald, der nach Waterstradts Kenntnis bei den Teilnehmern sehr beliebt ist: "Viele sagen, dass sie nicht mehr kommen, wenn wir die Strecke ändern." Nachteil: Die Brücke ist sehr schmal, daher nur einzeln zu überqueren und wird zum Engpass. "Das war die schwierigste Stelle, weil dort Eisglätte herrschte", sagt Felsenheimer. Dann wird es dem Musiker zu kalt, und er macht sich auf den Heimweg nach Hamburg. In den kommenden Wochen wird er beim Training aber noch vielen Ahrensburgern über den Weg laufen.

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