Stormarn
06.08.03

"Im Stall Bollmoor bin ich glücklich"

Reitsport: Martina Hannöver-Sternberg hat in Lütjensee ein neues Zuhause gefunden.

Von Karin Drewes

Lütjensee. "Heute habe ich es richtig schön", sagt Martina Hannöver-Sternberg, die zu den erfolgreichsten Stormarner Reitsportlerinnen zählt und in Lütjensee die Anlage Bollmoor betreibt. Ein malerisch gelegner Hof, der Stall mit 27 Pferden voll, darunter der Grand-Prix-Hengst Ratino und die Stute Inara, mit der sie sich kürzlich in der prominent besetzten Grand-Prix-Kür der Kayhuder Reitertage platzierte. Die 37-Jährige ist anerkannt und ihre Kritik international gefragt. Das von einem Zuchtverband geförderte Projekt Lusitano-Pferde, das sie seit anderthalb Jahren betreut, liegt Martina Hannöver-Sternberg besonders am Herzen. Von Oktober bis April reist sie einmal monatlich nach Portugal. Während eines Drei-Tage-Tests wird selektiert. Im Juli waren erstmals drei der förderungswürdigen Lusitanos mit ihren Reitern zu Gast auf der Anlage Bollmoor. Dort haben sie sich auf die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde vorbereitet, die von morgen bis zum Sonntag in Verden ausgetragen wird. "Also, diese Portugiesen wollen sich wirklich quälen und lernen. Es gibt in Portugal faszinierende Züchtungen, aber es wird wohl noch einige Zeit brauchen, bis diese Stierkampfpferde sich mit internationalen Maßstäben messen lassen können", sagt Martina Hannöver-Sternberg. Sie sei schon glücklich, wenn wenigstens Relento mit seinem Reiter Miguel Ralao (37) in Verden das Finale erreicht. "Wichtig ist dafür, dass das Pferd Vertrauen hat und mit der Turnieratmosphäre zurecht kommt." Auf Hof Bollmoor fühlte sich Relento ebenso wohl, wie es seine Trainerin tut - er wieherte jeder norddeutschen Pferdeschönheit aufgeregt hinterher. "Hier bin ich glücklich, hier bin zu Hause", sagt die Stormarnerin, die schon schlimme Zeiten durchgemacht hat. 1997 musste sie ihr damaliges Gestüt in Cappeln verlassen. Die neun Top-Pferde, mit denen sie große Erfolge bis hin zur Berufung in den erweiterten Olympia-Kader gefeiert hatte, standen plötzlich nicht mehr zur Verfügung. "Damals bin ich durch eine Wüste gegangen", sagt sie heute. Geboren wurde sie vor 37 Jahren in Kiel und ist seit drei Jahren in zweiter Ehe mit dem Anwalt Jörn Sternberg (43) verheiratet. Zum Reiten ist Martina Hannöver-Sternberg gekommen, wie fast alle jungen Mädchen. Mit sechs Jahren waren es die Ponys beim Bauern auf der Weide, und mit 14 - nachdem sie zum ersten Mal Reitlegende Herbert Rehbein auf dem Grönwohldhof zugeschaut hatte - stand ihr Berufswunsch fest. Aber die Mutter mahnte: "Kind, du lernst erst einen ordentlichen Beruf, sonst musst du später von Wasser und trocken Brot leben." Zähneknirschend machte sie eine Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Heimlich bewarb sie sich im Stall Bollmoor bei der Familie Sternberg und bekam eine Lehrstelle. Dann erfüllte sich ihr erster großer Traum: Sie durfte vier Jahre lang bei und mit Herbert Rehbein reiten. "Einen Satz von ihm werde ich nie vergessen: ,Tina, wenn du nicht mal auf einem guten Pferd das Gefühl hast, was richtig ist, kannst du es auch nicht ausbilden.'" Das ist ihr Motto, nach dem sie mit ihren Kunden und Schülern verfährt. "Hier in Stormarn habe ich wieder Licht am Ende des Tunnels gesehen", sagt sie. Daran, dass nach dem Ende in Cappeln alles wieder gut werden würde, hat sie kaum gezweifelt: "Ich bin ja ein Kampfterrier."

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