Nur eins von vielen Beispielen: Anna und Liza Bielfeldt putzten im Metallbaubetrieb ihrer Eltern die Fenster.
Ahrensburg. Was für ein "Sozialer Tag": Schüler von 35 Stormarner Schulen packten diesmal mit an - das ist ein neuer Rekord. Sie halfen in Büros, Büchereien, in Arztpraxen, Industriebetrieben und an Tankstellen. Sie putzten, sortierten, dekorierten und räumten auf - alles für den guten Zweck: Der Erlös ihres gestrigen Arbeitstages fließt vollständig an Jugendhilfeprojekte in Osteuropa. "Jeder Schüler erwirtschaftete im Schnitt 26 Euro. Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis!", sagte Patrick Hoemke, der Bundeskoordinator des Projekts, der Ahrensburger Zeitung. Der Verein "Schüler helfen Leben" hat den "Sozialen Tag" ins Leben gerufen.
"Sozialer Tag": Arbeit statt Schule
Bei Bielfeldt Metallbau in Ahrensburg, der Firma ihrer Eltern, schwingen Anna (14) und Liza (15) die Putztücher. Die Geschwister reinigen die Fenster der Lagerhalle an der Kurt-Fischer-Straße. Um 9 Uhr haben sie angefangen. Zuerst hat Anna in der Werkstatt ein Treppengeländer für die Auslieferung gewienert. Und ihrer Schwester im Büro bei der Ablage geholfen.
Anna und Liza haben schon öfter beim "Sozialen Tag" in der Firma ihrer Eltern mitgemacht. Manchmal packten ihre Freundinnen mit an. "Es macht Spaß und ist mal was anderes als Schule. Und außerdem ist es für eine gute Sache", meint Liza. Sie besucht die neunte Klasse des Trittauer Gymnasiums, Anna die achte der IGS Ahrensburg.
"Ich würde nächstes Jahr gern mal bei der Polizei helfen. Oder im Krankenhaus", sagt Liza. "Und ich würde gern in einer Grundschule mitarbeiten", sagt Anna.
Frohen Mutes schiebt Jannis Köster (11) im Fotostudio Mannes in Ahrensburg zwei Filme in die Entwicklermaschine. "Die laufen automatisch durch den Entwickler und Fixierer und werden anschließend gewässert", sagt der Heimgartenschüler. "Danach schneide und verpacke ich die Filme." Für den aufgeweckten Jungen ist es der erste "Soziale Tag". Die Arbeit in dem Geschäft an der Hagener Allee gefällt dem Fünftklässler. Vor ein paar Tagen hatte er sich dort zusammen mit seinem Vater vorgestellt.
"Schon um fünf vor neun stand der Junge heute vor der Tür und hat gefragt, was zu tun ist", freut sich Stefan Mannes, der Inhaber des Ladens, über den fleißigen Praktikanten. Der erweist sich mit seinen Computerkenntnissen für diejenigen Kunden, die im Umgang mit dem Terminal für Digitalfotos noch nicht ganz sattelfest sind, als willkommene Hilfe: "Was kann ich für Sie tun?", fragt Jannis und hilft einer Kundin beim Einlesen der Speicherkarten. "Die Arbeit macht mir Spaß", sagt der Fünftklässler.
Um 14 Uhr ist für ihn und die meisten anderen Stormarner Schüler Feierabend. Beim nächsten "Sozialen Tag" ist Jannis sicher wieder dabei.











