Wegen der hohen Zahl grippaler Infekte und Erkältungskrankheiten im Norden kommt es in einigen Stormarner Apotheken zu Lieferengpässen. So ist zum...
Ahrensburg. Wegen der hohen Zahl grippaler Infekte und Erkältungskrankheiten im Norden kommt es in einigen Stormarner Apotheken zu Lieferengpässen. So ist zum Beispiel das Antibiotikum Tavanic 500, ein Mittel bei starker Bronchitis und Lungenentzündungen, in einigen Apotheken nahezu ausverkauft. Erst Anfang Februar soll das Medikament laut Hersteller Sanofi-Aventis wieder in allen Packungsgrößen verfügbar sein. So lange müssen die Patienten auf ähnliche Arzneien ausweichen.
Zwei Apotheker und ein Millionentrick
"Bei der außergewöhnlich starken Erkältungswelle, vor allem im Süden Schleswig-Holsteins, kommt es zu Engpässen bei bestimmten Antibiotika, obwohl sich die Hersteller auf Nachfragespitzen einstellen", sagt Peter Froese, der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Apothekerverbands. In dem Verband sind 681 selbstständige Apotheken organisiert.
Wenn ein Originalmedikament wie Tavanic, für das es kein Nachahmerpräparat (Generikum) mit genau derselben Wirkstoffkombination gibt, nicht geliefert werden könne, müsse der Apotheker mit dem Arzt Rücksprache halten und ihn darum bitten, dem Patienten ein anderes Antibiotikum aus derselben Stoffgruppe zu verordnen. Das kostet Zeit und Nerven.
Michael Keller, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Ahrensburg: "Tavanic 500 geht bei uns in der Erkältungszeit regelmäßig über den Ladentisch. Ich habe noch zwei Packungen." Weil das Präparat über den Großhandel momentan nicht zu bekommen ist, hat sich Kellers Mitarbeiterin telefonisch direkt an den Hersteller (Sanofi-Aventis) gewandt. Die Antwort: "Wir können Tavanic erst Anfang Februar wieder in allen Packungsgrößen ausliefern." Michael Keller: "Die meisten Hersteller produzieren gar nicht mehr in Deutschland."
Florian Köppel, Inhaber der Walddörfer-Apotheke in Großhansdorf: "Eine weitere Ursache für die Lieferengpässe sind die Rabattverträge der Krankenkassen. Sie zwingen den Arzt, ein bestimmtes Antibiotikum eines bestimmten Herstellers zu verordnen. Viele kleine Hersteller haben dadurch Lieferschwierigkeiten bekommen. Die haben sich schlichtweg verhoben." Dem Apotheker bleibe dann nur, den Arzt zu bitten, dem Patienten ein anderes Medikament zu verordnen. Köppel: "Ich selbst darf das Präparat nicht einfach austauschen."
Ulrich Krahmer, Inhaber der West-Apotheke in Ahrensburg, hält noch ein paar wenige Packungen Tavanic parat. "Die können auf den einen oder anderen Tag weg sein", sagt der Apotheker. Als Ausweichmöglichkeit gebe es andere Arzneimittel, die den Wirkstoff Levofloxacin enthalten. Krahmer: "Wir schicken keinen Patienten ohne Medikament nach Hause."
Bei den Grippe-Impfstoffen (Influenza) ist der Nachschub dagegen weitgehend gesichert. Froese: "Die Grippewelle ist im Norden in vollem Gange. Das Robert-Koch-Institut verzeichnet eine stark erhöhte Influenza-Aktivität. Bei den Lieferungen von Grippe-Impfstoff gibt es aber bisher nur vereinzelt Probleme."











