18.05.13

Schleswig-Holstein

Schulschiff "Gorch Fock" nach Kiel zurückgekehrt

Die Dreimastbark war 172 Tage unterwegs und machte am Vormittag wieder im Marinehafen in Kiel fest. Die "Gorch Fock" legte auf ihrem 160. Ausbildungstörn insgesamt 25.000 Kilometer zurück.

Foto: dpa
Das Schulschiff der Bundesmarine, die "Gorch Fock"
Das Schulschiff der Bundesmarine, die "Gorch Fock"

Kiel. Nach einem fast sechsmonatigen Ausbildungstörn ist das Segelschulschiff "Gorch Fock" am Sonnabend in seinen Heimathafen Kiel zurückgekehrt. Bei wolkenverhangenem Himmel machte es am Vormittag an der Tirpitzmole im Marinehafen fest. Zur Begrüßung spielte das Marinemusikkorps Ostsee unter anderem den Marsch "Gruß an Kiel". Auch rund 300 Freunde und Angehörige der Besatzungsmitglieder waren zur Mole gekommen, wie ein Marinesprecher sagte. Die Dreimastbark war während ihres 160. Ausbildungstörns 172 Tage unterwegs.

Am 27. November 2012 war die "Gorch Fock" von Kiel aus erstmals nach langer Zwangspause wieder unter neuem Kommando von Kapitän Helge Risch mit Kurs auf die Kanarischen Inseln (Spanien) zu einem Ausbildungstörn aufgebrochen. Nach Zwischenstopps in den portugiesischen Häfen von Horta auf den Azoren, Lissabon und Funchal auf der Insel Madeira endete die Ausbildung der insgesamt 195 Kadetten in London. Für die Stammbesatzung stand im Anschluss die Teilnahme am Hamburger Hafengeburtstag auf dem Programm.

Die Reise sei sehr erfolgreich gewesen, sagte der Kommandant nach Angaben des Sprechers. "Das Schiff hat sich mit all seinen Neuerungen hervorragend bewährt." Für die seit 1959 die Weltmeere befahrende "Gorch Fock" waren mit dem Start des Törns Ende 2012 die zwei schwersten Jahre ihrer Geschichte zu Ende gegangen. Nachdem in Brasilien Anfang November 2010 eine Kadettin bei der Ausbildung aus der Takelage in den Tod gestürzt war, stand sogar die Zukunft als Schulschiff infrage.

Zeitungen berichteten über angebliche Schikanen an Bord, von Ausbildungsdefiziten und Führungsschwächen bei Offizieren war die Rede. Schließlich wurde der damalige Kommandant abgelöst und die Ausbildung ausgesetzt. Doch bei weitem nicht alle Vorwürfe hielten der Überprüfung stand. Die Marine selbst erkannte aber auch Mängel und korrigierte das Ausbildungskonzept. Um die Vorbereitung an Land zu verbessern, wurde unter anderem ein Übungsmast in Flensburg errichtet. Das Schiff selbst lag im vergangenen Jahr über viele Monate in einer Werft in Elsfleth bei Bremen. Die Kosten für die umfangreichen Reparaturen betrungen nach Angaben des Bundes der Steuerzahler fast zehn Millionen Euro.

Insgesamt legte die Bark auf ihrem jüngsten Törn 13 500 Seemeilen zurück – das entspricht ungefähr 25 000 Kilometern. Davon konnten rund 80 Prozent gesegelt werden. Die eigentliche Ausbildungsfahrt von Las Palmas nach London fand nach Marineangaben sogar zu 93 Prozent unter Segeln statt. Als nächstes präsentiert sich die "Gorch Fock" Ende Juni auf der Kieler Woche, wo es die Windjammerparade zum Abschluss anführen wird. Anfang August läuft es zur Vereidigung der neuen Kadetten die Marineschule in Flensburg-Mürwik an, dann folgt die Hanse-Sail in Rostock. Wann und wohin der nächste Ausbildungstörn geht, stehe noch nicht fest, sagte der Marinesprecher.

(dpa)
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