24.02.13

Wasserstraße

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals dauert länger und wird teurer

Der Ärger ist groß: Statt 300 Millionen soll die Schleuse in Brunsbüttel nun 360 Millionen Euro kosten. Fertigstellung wohl erst 2020.

Foto: dpa
Nord-Ostsee-Kanal (NOK)
Ein Tanker auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Ostsee. Der Ausbau der Wasserstraße wird teurer als gedacht

Kiel/Brunsbüttel. Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals soll 60 Millionen Euro teurer werden und noch einmal zwei Jahre länger als zuletzt geplant dauern. Dies habe eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bestätigt, hieß es in Medienberichten in Schleswig-Holstein vom Wochenende. Demnach soll die neue Schleuse in Brunsbüttel nunmehr 360 Millionen statt 300 Millionen Euro kosten – immerhin 20 Prozent mehr. Zudem soll das wichtige Wasserstraßen-Bauwerk erst 2020 und nicht – wie zuletzt angekündigt – 2018 fertig werden. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein. Grund für die Mehrkosten sei, "dass die Baumaßnahme komplexer als gedacht ist", sagte die Sprecherin.

Ursprünglich hätte die fünfte Brunsbütteler Schleuse sogar schon 2014 fertig sein sollen. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) reagierte ungehalten – und fand klare Worte. "Ich sage noch einmal sehr deutlich: Das wichtigste Wasserstraßenprojekt in Deutschland ist der Nord-Ostsee-Kanal. Und da muss auch ein bayrischer Verkehrsminister sehen, dass das Geld hierher gehört nach Schleswig-Holstein", sagte Meyer auf NDR 1 Welle Nord. Er habe den Eindruck, dass der Bund es sowohl auf der Zeit- als auch auf der Kostenschiene an Sorgfalt fehlen lasse.

Bereits Anfang Februar hatte Verkehrsminister Meyer die Stagnation beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals kritisiert. "Der momentane Stillstand bei der Sanierung und dem Ausbau des NOK verursacht in der maritimen Wirtschaft einen volkswirtschaftlichen Schaden allein durch Wartezeiten in Brunsbüttel von mindestens 200 Millionen Euro", sagte vor dem Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen und der IHK Schleswig-Holstein. Meyer forderte den Bund auf, für diese wichtige Wasserstraße pro Jahr ein Prozent des Bundes-Verkehrsetats bereitzustellen.

Der Kanal hat im vorigen Jahr sein Rekordergebnis von 2008 nur knapp verfehlt. Fast 35 000 Schiffe mit einer Ladung von 104 Millionen Tonnen passierten 2012 die Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel. Damit nahm die Zahl der Schiffe zum Vorjahr um vier Prozent zu, bei der Ladung wurde sogar eine Steigerung um sechs Prozent verbucht.

(dpa)
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