Schleswig-Holstein Holzernte im Norden läuft auf Hochtouren

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Bei der Holzernte in Schleswig-Holsteins Wäldern ersetzen moderne High-Tech-Maschinen zunehmend reine Muskelkraft.

Hartenholm. Axt und Hand-Motorsäge reichen den modernen Holzfällern auch in schleswig-holsteinischen Wäldern längst nicht mehr aus. High-Tech-Maschinen, die zudem weniger Umweltschäden bei Fällarbeiten verursachen, ersetzen zunehmend Muskelkraft. Am Dienstag stellte die Landwirtschaftskammer im Waldgut Hartenholm (Kreis Segeberg) ein baggerähnliches Holzfäll-Fahrzeug eines finnischen Herstellers vor. Es kann mit einer Art von langem Rüssel bis zu 65 Zentimeter dicke Nadelholzbäume absägen und gefällte Stämme in der Luft seitlich von Ästen befreien und in Stücke schneiden. Das Fahrzeug schafft die Arbeit von zehn Holzfällern mit Motorsäge.

"Moderne Technik arbeitet umweltschonend im Hinblick auf Belastung der Wälder durch Wurzelschäden und Stammverletzungen", erläuterte der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Jürgen Pallasch. Spezielle Bereifungen mit niedrigem Luftdruck verminderten den Bodendruck beträchtlich. In Kooperation mit den örtlichen Förstern könnten Fällungsschäden deutlich reduziert werden.

In Schleswig-Holsteins Wäldern laufen die Erntearbeiten zurzeit auf Hochtouren. Die etwa 10 000 Waldbesitzer des nördlichsten Bundeslandes – das mit Abstand waldärmste Flächenland – schlagen auf ihren 150 000 Hektar Wald gut 600 000 Festmeter Holz jährlich. Bundesweit wurden 2011 in Deutschland 56,1 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen. Nachdem die Holzernte bereits 2010 um gut 13 Prozent auf 54,4 Millionen Festmeter gestiegen war, legte sie im 2011 damit noch einmal spürbar zu.

Obwohl die Nadelbaumarten im Norden nur gut 40 Prozent der Fläche ausmachen, liegen sie mit 350 000 Festmeter Gesamteinschlag deutlich vor dem Laubholz. Dies sei zum einen der höheren Massenleistung geschuldet, aber auch ein Spiegelbild der derzeitigen Holzmarktlage, betonte die Landwirtschaftskammer. Der Buchenstammholzmarkt befinde sich in schwacher Verfassung. Die Preise seien im Vergleich zum Vorjahr um 5 bis 8 Prozent bundesweit gesunken. Allein Brennholz werde unverändert sehr stark nachgefragt.