"Stunde der Wintervögel" Der Spatz hat im Norden den Schnabel vorn

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Vogelfreunde trotzen dem schlechten Wetter: Nabu-Zählaktion lässt mehr als 2600 Schleswig-Holsteiner zum Fernglas greifen.

Neumünster. Der Spatz hat bei der "Stunde der Wintervögel" in Schleswig-Holstein den Schnabel vorn: Er ist in fast jedem Garten zuhause, wie die Wintervogelzählung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) am vergangenen Wochenende ergab. Auf den Plätzen folgen Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Der bundesweit am häufigsten gezählte Siedlungsvogel ist jedoch die Kohlmeise. Im nördlichsten Bundesland beteiligten sich bislang mehr als 2600 Freiwillige an der Wintervogelzählung am vergangenen Wochenende, wie Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski am Montag in Neumünster bilanzierte. Sie erfassten 70.000 Gartenvögel.

Im Durchschnitt wurden je Garten 45 Vögel gezählt, viele Arten waren häufiger zu sehen als im Vorjahr. Besonders deutlich legten unter anderem Dompfaff (Gimpel), Schwanzmeisen und Eichelhäher zu. "Diese Arten erhalten im Winter Besuch von Verwandten aus Nord- und Osteuropa", erläutert Nabu-Vogelexpertin Janina Philipp. "Es handelt sich also nicht unbedingt um die gleichen Individuen, die im Frühjahr bei uns brüten."

Bei der Wintervogelzählung, die zum dritten Mal in Deutschland stattfand, zählten Freiwillige eine Stunde lang die Vögel in Gärten, an Futterhäuschen, auf dem Balkon oder im Park. Ziel der Aktion war, ein möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei ging es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln. Bei der Zählung im vergangenen Jahr notierten bundesweit 57.000 Teilnehmer rund 1,6 Millionen Vögel. In diesem Jahr wurden bislang mit über 30.000 Meldungen rund 1,3 Millionen Vögel aus Gärten und Parks erfasst.