04.01.13

Flensburg

Mord an Flensburgerin nach 43 Jahren aufgeklärt

Ein zur Tatzeit 20 Jahre alter Bundeswehrsoldat konnte anhand von DNA-Spuren als mutmaßlicher Täter ermittelt werden. Mann starb 2012.

Foto: Polizei
Der Tatort im Januar 1970. Anhand von DNA-Spuren konnte der Mord an einer 20-jährigen Flensburgerin jetzt aufgeklärt werden
Der Tatort im Januar 1970. Anhand von DNA-Spuren konnte der Mord an einer 20-jährigen Flensburgerin jetzt aufgeklärt werden

Flensburg. Fast auf den Tag genau nach 43 Jahren ist der Mord an einer 20-Jährigen in Flensburg aufgeklärt. Anhand von DNA-Spuren konnte ein zur Tatzeit 20 Jahre alter Bundeswehrsoldat jetzt als mutmaßlicher Täter ermittelt werden, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Strafrechtlich zur Verantwortung kann der Mann allerdings nicht mehr gezogen werden. Er starb im Juli vergangenen Jahres eines natürlichen Todes.

Der mutmaßliche Täter war bereits wenige Tage nach dem Mord ins Visier der Ermittler geraten. Die Tat konnte ihm allerdings 1970 nicht nachgewiesen werden. Mit Hilfe neuer DNA-Untersuchungsmethoden konnte der Fall im vergangenen Jahr noch einmal neu aufgerollt werden. Damals waren auch DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters sichergestellt worden. Etwa 70 Männer waren in den Fokus der Ermittler gerückt, es wurden Speichelproben genommen.

Eisenbahnbedienstete hatten den leblosen Körper der Frau am 7. Januar 1970 in einem Waldstück abseits des damaligen Güterbahnhofgeländes gefunden. Das Opfer wies massive Verletzungen auf. Die Obduktion des Leichnams ergab, dass die junge Frau stranguliert wurde. Das Verbrechen selbst ereignete sich am Vorabend.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann die Gleichaltrige gegen 22.30 Uhr etwa 40 Meter vor Erreichen ihres Elternhauses überfiel. Nach der Tat versteckte er den Leichnam mit Kartons, die er am Tatort gefunden hatte. Anschließend nahm er die Handtasche und vermutlich auch Brieftasche und Geldbörse seines Opfers an sich.

Im Frühjahr 2012 nahm die Polizei auf freiwilliger Basis Speichelproben. Auch der mutmaßliche Täter gab eine Probe ab. Ende August stellten Experten des Landeskriminalamtes bei einer der untersuchten Proben außergewöhnliche Übereinstimmungen mit den am Opfer sichergestellten DNA-Spuren fest. Der damals 20-Jährige war seinerzeit in der Briesenkaserne stationiert.

Neben der DNA-Übereinstimmung belaste ihn zusätzlich ein weiteres Indiz. Nähere Angaben dazu wollte die Flensburger Polizei aber nicht machen. Der unweit von Flensburg lebende mutmaßliche Täter konnte nicht mehr mit den Vorwürfen konfrontiert werden.

(dpa)
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