01.01.13

Schleswig-Holstein

Das Buddenbrookhaus steht 2013 im Zeichen des Exils

Rund eine halbe Million Menschen flohen zwischen 1933 und 1945 ins Exil. Ausstellungen sollen einigen Schicksalen nachspüren.

Foto: dpa
Weihnachten bei Buddenbrooks
Passanten gehen in Lübeck am Buddenbrook-Haus vorbei

Lübeck. Das Lübecker Buddenbrookhaus widmet sich im Jahr 2013 mit zwei großen Ausstellungen dem Thema Exil. Die Familie Mann sei durch ihr Exil erst zu der Weltbürger-Familie geworden, als die sie heute wahrgenommen werde, sagte der Leiter des Hauses, Holger Pils. Aus diesem Grunde habe sich der thematische Schwerpunkt geradezu angeboten. Die erste Ausstellung befasst sich mit Exilbiografien, die zweite Ausstellung des Jahres stellt Heinrich Mann und sein Exil in Frankreich in den Mittelpunkt.

"Fremd bin ich den Menschen dort – Lebenswege im Exil" heißt die erste Ausstellung, die vom 12. Januar an in Lübeck zu sehen sein wird. Sie erzählt die Lebensgeschichten von 16 Menschen, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wegen ihrer Religion, ihrer politischen Haltung oder ihrer unliebsamen künstlerischen Arbeit ihre Heimat verlassen mussten. Die Ausstellung ist eine Leihgabe des Deutschen Exilarchivs 1933-1945, das bei der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main angesiedelt ist.

Schirmherrin der Ausstellung ist Herta Müller, die zur Ausstellungseröffnung am 11. Januar erwartet wird. "Sie wird unter anderem über ihre persönlichen Erfahrungen vom Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland sprechen", sagte Pils. Die aus Rumänien stammende Schriftstellerin war 1987 in die Bundesrepublik übergesiedelt. Später hatte sie sich kritisch über die Atmosphäre in dem Auffanglager geäußert.

Die zweite Ausstellung des Jahres ist Heinrich Mann in Frankreich gewidmet. Dorthin war der Schriftsteller und ältere Bruder Thomas Manns bereits 1933 ausgewandert. "Für Heinrich Mann war Frankreich das Land, das er mit der Seele und der Feder suchte. Das Land war für ihn der demokratische Gegenentwurf zum obrigkeitsstaatlichen Deutschland des Kaiserreichs", sagte Pils.

Als deutsche Truppen 1940 weite Teile Frankreichs besetzten, flüchtete Heinrich Mann mit seinem Neffen Golo, dem Schriftsteller Franz Werfel und dessen Ehefrau Alma über Spanien und Portugal in die USA, wo Thomas Mann und dessen Familie bereits seit 1938 lebten. "Doch anders als Thomas, der in den USA hoch geachtet war, konnte Heinrich dort nicht Fuß fassen. Das Land und vor allem seine Sprache blieben ihm fremd. In Frankreich war er das Haupt der deutschen Exilbewegung gewesen, in Amerika übernahm Thomas diese Rolle", sagte Pils.

Die Ausstellung mit dem Titel "Traumland und Zuflucht. Heinrich Mann und Frankreich", die vom 14. Juni bis zum 3. November 2013 im Buddenbrookhaus gezeigt wird, soll auch ein Beitrag zum 50. Jahrestag des Elysee-Vertrages zwischen Frankreich und Deutschland sein.

(dpa)
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