Geesthacht Notstromdiesel im Atomkraftwerk Krümmel ausgefallen

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Im abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel ist es erneut zu einem meldepflichtigen Zwischenfall gekommen: ein Notstromdiesel war defekt.

Geesthacht. In dem abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel hat es erneut eine technische Panne gegeben. Ein Fehler an einer Elektronik-Baugruppe hätte im Bedarfsfall das Starten eines Notstromdiesels verhindert, teilte der Betreiber Vattenfall am Freitag mit.

Während des Ausfalls, der bereits am 22. Dezember aufgetreten war, standen laut Vattenfall durchgängig drei Notstromdiesel zur Verfügung und damit einer mehr als im derzeitigen Anlagenzustand gefordert. Das defekte Bauteil sei ausgetauscht worden, so dass der Notstromdiesel nach etwa einer Stunde wieder funktionsbereit gewesen wäre.

"Das Ereignis ist nach gegenwärtiger Einschätzung von untergeordneter sicherheitstechnischer Bedeutung", erklärte das Energieministerium in Kiel als Atomaufsichtsbehörde. Die erforderliche Notstromversorgung wäre im Anforderungsfall durch andere Notstromdiesel zu jeder Zeit gewährleistet gewesen, hieß es. Die Gesundheit der Bevölkerung und des Betriebspersonals sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Der Vorfall lag den Angaben zufolge unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Atomkraftwerken.

Abgesehen von wenigen Wochen ist der Reaktor seit Mitte 2007 vom Netz. Er soll auch nie wieder Strom liefern. Mit den Beschlüssen zum Atomausstieg hat das Kraftwerk die sogenannte Berechtigung zum Leistungsbetrieb verloren.