21.12.12

Kreis Dithmarschen

Vermisster 13-jähriger Junge ist vermutlich ertrunken

Der Junge lebte in einer Wohngruppe für behinderte Jugendliche. Tagelang wurde er vermisst. Die Polizei fand seine Leiche in einem Fluss.

Foto: dpa
Ein Absperrband der Polizei sichert einen Fundort (Symbolfoto)
Ein Absperrband der Polizei sichert einen Fundort (Symbolfoto)

Meldorf. Der seit Dienstag vermisste 13-jähriger Junge ist am Freitag im Kreis Dithmarschen tot aufgefunden worden. Das teilte die Kripo in Heide mit. Der Junge hatte in einer Wohngruppe für behinderte Jugendliche in Epenwöhrden bei Meldorf gelebt. Zuletzt soll er sich zu Fuß in der Umgebung von Meldorf aufgehalten haben. In der Miele-Niederung, einem Naturgebiet, sei das Kind am Vormittag tot gefunden worden. Nach einem Bericht von NDR 1 Welle Nord lag der Junge an der Uferböschung des Flüsschens Miele, 200 Meter von der Bundesstraße 5 entfernt.

Nach einem Bericht von NDR 1 Welle Nord ist der Junge vermutlich ertrunken. Der Radiosender beruft sich dabei auf Angaben der Staatsanwaltschaft. Nach ersten Ergebnissen der Obduktion seien keine Anhaltspunkte auf eine äußere Gewaltanwendung gefunden worden. Die Polizei konnte diese Informationen am Freitagabend weder bestätigen noch dementieren.

Am Donnerstag hatte die Polizei eine Vermisstenmeldung mit einem Foto des Jungen verbreitet. Zugleich teilte sie mit, dass seit Montag ein 70-Jähriger aus Meldorf vermisst wird, der zuckerkrank ist und Insulin benötigt. Ein Zusammenhang der beiden Fälle sei nicht erkennbar, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Itzhoe. Bei der groß angelegten Suchen kamen Polizeitaucher, Suchhunde, die DLRG Hamburg sowie Feuerwehrkräfte zum Einsatz.

Harald Pfannkuch, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendheims Villa Kunterbunt in Epenwöhrden, äußerte sich am Freitagnachmittag erschüttert: "Wir haben vor einer halben Stunde die Todesnachricht erhalten", sagte er. "Wir versuchen unsere Gedanken zu ordnen." Der Junge sei vor einem halben Jahr in die heilpädagogische Einrichtung gekommen. "Er hatte sich inzwischen gut eingelebt und bei uns wohlgefühlt." Das Kind sei lernbehindert gewesen, es habe sich aber orientieren können.

Die Villa Kunterbunt ist eine Einrichtung von GBS-sozial, einem gemeinnützigen privaten Dienstleister mit Sozialeinrichtungen in mehreren Bundesländern. "Seit 1997 konzipieren und betreiben wir bundesweit Einrichtungen in den verschiedensten Bereichen. Seniorenresidenzen, Fachkliniken, Einrichtungen für behinderte Menschen und sozialtherapeutische Einrichtungen gehören zum Angebot der GBS", heißt es auf der Homepage.

(dpa)
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