21.12.12

Schlichtung

Einigung im Busfahrer-Tarifstreit in Schleswig-Holstein

Im monatelangen Tarifkonflikt um die Bezahlung der Busfahrer der privaten Omnibusunternehmen war Schlichtung erfolgreich.

Foto: dpa
Busfahrer-Warnstreik
Die Busfahrer in Schleswig-Holstein hatten mehrmals gestreikt. Nun gibt es einen neuen Tarifvertrag

Kiel. Im Tarifstreit der privaten Omnibusunternehmen in Schleswig-Holstein haben die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber im Rahmen der Schlichtung eine Einigung erzielt. Der Einigung müssen aber noch die Verdi-Tarifkommission sowie der Tarifausschuss und Vorstand des Omnibus Verbands Nord zustimmen. Die ersten Reaktionen der Unternehmen seien gemischt, eine Übernahme der Einigung also nicht sicher, sagte Omnibus-Verbandsgeschäftsführer Joachim Schack am Freitag. "Ich kann noch keinen Vollzug melden."

Seit August wurde verhandelt. Mit mehreren Warnstreiks machte Verdi Druck, Anfang Dezember beschlossen die Parteien, zwei Mediatoren einzuschalten. Nach zwölfstündigen Verhandlungsmarathon in der Nacht zum Donnerstag in Bad Bramstedt stand der Kompromiss.

Laut Schack und Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette sollen die Busfahrer rückwirkend für den Zeitraum von Juli bis Dezember eine Einmalzahlung von 135 Euro erhalten. Vom 1. Januar sollen alle Busfahrer monatlich 30 Euro mehr bekommen. Ab 1. April würden die Überland-Busfahrer zudem etwa 60 Euro monatlich mehr Tarifgehalt bekommen. Die Ortsbusfahrer, die bisher mehr als die Überlandfahrer verdienten, erhielten demnach ab 1. April ein um 8 Euro erhöhtes Tarifgehalt sowie bis zum Ende des Jahres jeden Monat 52 Euro Sonderzahlung.

"Im Ergebnis bedeutet dies, dass im nächsten Jahr die Busfahrer etwa 90 Euro mehr bekommen", sagte Mette. Wichtiger als die Erhöhungen seien der Gewerkschaft aber die strukturellen Veränderungen, betonte Mette. So werde es künftig nur noch eine Tariftabelle für Busfahrer geben. Anfang 2011 seien es noch drei gewesen. "Damit sind wir unserem Ziel "ein Land ein Gehalt" bei den Busfahrern einen Schritt weitergekommen", sagte Mette.

Die Bedenken bei einem Teil der Busunternehmen erklärte Schack mit den schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). "30 Prozent der Unternehmen fahren am Abgrund." Viele könnten schon die bisherigen Tariflöhne kaum aufbringen. Das Land habe 2009 die Mittel für den ÖPNV gedeckelt und seitdem eingefroren auf 57 Millionen Euro. Das bedeute, das Kostensteigerungen teils nur durch ein Ausdünnen des Fahrplanangebots aufgefangen werden könnten.

Die Arbeitgeber müssen bis zum 5. Januar und die Verdi-Tarifkommission bis zum 8. Januar erklären, ob sie der Einigung zustimmen.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandIslamischer StaatDas Kalifat der Wahnsinnigen beginnt zu wanken
  2. 2. AuslandKampf gegen ISErdogan lässt sich von Biden zu nichts bewegen
  3. 3. KommentareDemütigungPutins Russland leidet am Versailles-Syndrom
  4. 4. DeutschlandParteitagÖzdemir entgeht der grünen Yogamatten-Ohrfeige
  5. 5. DeutschlandFamilienministeriumManuela Schwesig - modern, nervig, erfolglos
Top Video Alle Videos

Ein Kind in einer Kita (Symbolbild)
Brightcove Videos

SPD-Fraktion hat im Haushaltspaket Verbesserungsmaßnahmen vorgestellt. Der Personalschlüssel für Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten soll um bis zu 10 Prozent angehoben werden. mehr »

Top Bildergalerien mehr
Weltpremiere

Neues Musical im neuen Theater in Hamburg

Bundesliga

HSV gegen Bremen

Formel 1

Hamilton vor Rosberg im Saisonfinale

Hamburg

Schießerei bei Party in Billbrook

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr