Amtsgericht Kiel Missbrauchs-Prozess: Urteil gegen Olympia-Trainer erwartet

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Freispruch? Oder Gefängnis? Der Olympia-Schwimmtrainer soll sich an einer minderjährigen Schutzbefohlenen vergangen haben.

Kiel. Im Missbrauchs-Prozesses gegen einen Schwimmtrainer der deutschen Olympia-Mannschaft wird heute das Urteil des Kieler Amtsgerichts erwartet. Der Trainer muss sich wegen sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen verantworten. Laut Anklage verging sich der Mann von 2004 bis 2006 in 18 Fällen an einer ihm anvertrauten Schwimmerin. Zu einem ersten Übergriff an der damals 16-jährigen Sportlerin soll es während eines Trainings-Urlaubs auf Kreta gekommen sein. 2009 erstattete die junge Frau Anzeige. Sie ist Nebenklägerin in dem Verfahren und trat auch als Zeugin auf.

Der Prozess hatte im August begonnen – kurz nach Abschluss der Olympischen Spiele in London. Er fand weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur zur Verlesung der Anklage und das Urteil waren Prozessbeobachter zugelassen. Damit sollten die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten und der Frau geschützt werden.

Das Schöffengericht verhandelte dann an zehn Prozesstagen über den Fall. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurden elf Zeugen vernommen, darunter auch zwei Freundinnen der jungen Frau und ihr Vater.

Dem Angeklagten drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu vier Jahre Haft. Die Verteidigung hatte am Rande des Verfahrens mehrfach betont, dass sie einen Freispruch anstrebt.