29.11.12

Defizitärer Airport

Geschäftsmann übernimmt Lübecker Flughafen

Mohamad Rady Amar will in den nächsten fünf Jahren rund 20 Millionen in den Flughafen investieren. Er hatte drei Mitbewerber.

Foto: dpa
Flughafen Lübeck
Der Tower des Flughafens Lübeck-Blankensee

Lübeck. Der deutsch-ägyptische Geschäftsmann Mohamad Rady Amar wird neuer Besitzer der Lübecker Flughafens. In einer nicht öffentlicher Sitzung hat die Bürgerschaft der Hansestadt am Donnerstag den Verkauf des defizitären Airports an den Geschäftsmann aus Frankfurt beschlossen. Damit setzte sich Amar mit seinem Angebot gegen drei Mitbewerber durch. Der Ägypter mit deutschem Pass ist Geschäftsführer der Firma 3 Y Logistic und Projektbetreuung GmbH, hinter der ein saudische Unternehmer steht. Er will in den nächsten fünf Jahren rund 20 Millionen in den Flughafen investieren.

Schon vor der Abstimmung hatten SPD und CDU angekündigt, für den Verkauf an Amar zu stimmen. Die Grünen votierten dagegen, die Linke enthielt sich. Beide Parteien hatten die Entscheidung vertagen wollen, ihr Antrag war aber zu Beginn der Sitzung von der Mehrheit der Ratsversammlung abgelehnt worden.

Bereits zum 1. Januar soll die von Amar gegründete Yasmina Flughafen-Managementgesellschaft den Flughafen übernehmen – für einen symbolischen Preis von einem Euro. Für notwendige Infrastrukturmaßnahmen, wie die Erneuerung der Entwässerung, erhält er von der Stadt 5,5 Millionen Euro. Das Geld fließt jedoch nur, wenn er tatsächlich ausbaut. Amar seinerseits will in den nächsten fünf Jahren 20 Millionen Euro in den Flughafen investieren. Er will ihn zu einem Airport mit internationalem Standard ausbauen, ein neues Abfertigungsgebäude bauen und neue innerdeutsche und internationale Linienverbindungen etablieren. Er sei optimistisch, dass der Flughafen in fünf Jahren schwarze Zahlen schreibe, sagte Amar, der alle 90 Mitarbeiter des Flughafens übernehmen will.

Die Grünen kritisieren, dass das Angebot Amars finanzielle Risiken für die Stadt enthalte. So enthalte der Kaufvertrag nur eine vage Betriebspflicht für den Käufer, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen innerhalb kurzer Zeit entfallen könne, sagte die Fraktionsgeschäftsführerin Katja Mentz. Ob die Stadt den Flughafen dann zurückkaufen muss und zu welchem Preis, sei unklar. Die Grünen wollten den Kaufvertrag von einem Fachanwalt prüfen lassen und hatten deshalb eine Vertagung der Entscheidung beantragt.

Der Verkaufsbeschluss löste bei den Mitarbeitern des Flughafens große Erleichterung aus. "Ich freue mich riesig", gestand Airportchef Jürgen Friedel, der gemeinsam mit Mitarbeitern des Flughafens die Bürgerschaftssitzung von der Zuschauertribüne aus verfolgte. "Mit Professor Amar haben wir einen sehr guten Investor gefunden, der den Flughafen langfristig begleiten will. Jetzt können wir beruhigt Weihnachten feiern", sagte er weiter.

Für die Mitarbeiter endet eine lange Zitterpartie. Seit dem Rückzug des neuseeländischen Investors Infratil 2009 hatte die Stadt einen Käufer für den Flughafen gesucht. Immer wieder war eine Schließung diskutiert worden. Ein Bürgerentscheid im April 2010 zwang die Bürgerschaft jedoch dazu, dem Flughafens bis Ende 2012 Geld zu bewilligen.

(dpa)
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