Schleswig-Holstein CDU-Chef Jost de Jager mit 81 Prozent wiedergewählt

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CDU-Landeschef bekommt bei der Wiederwahl nur ein mäßiges Ergebnis. In seiner Rede rief Jost de Jager die Partei zur Erneuerung auf.

Neumünster. Schleswig-Holsteins CDU-Landeschef Jost de Jager hat bei seiner Wiederwahl nur ein mäßiges Ergebnis erzielt. Beim Landesparteitag in Neumünster erhielt er am Sonnabend nach CDU-Berechnung 81,13 Prozent der Stimmen. Er habe vorab auf eine Zustimmung von 80 bis 90 Prozent gehofft, das Ergebnis zeige, dass noch Arbeit vor ihm liege, sagte de Jager. 215 Delegierte hatten für ihn gestimmt, 50 gegen ihn, 8 enthielten sich. Laut CDU-Satzung werden die Enthaltungen bei der prozentualen Berechnung nicht berücksichtigt – sonst wären es weniger als 80 Prozent gewesen.

Bei seiner Inthronisierung vor gut einem Jahr hatte de Jager noch 93 Prozent erreicht. Unter seiner Führung wurde die CDU im Mai zwar ganz knapp stärkste Partei, musste die Regierung aber dennoch an ein Bündnis aus SPD, Grünen und SSW abtreten. De Jager verfehlte zudem den Einzug ins Parlament, weil die Landesliste nicht zum Tragen kam.

"Insofern ist das Ergebnis auch Teil des Zustands", sagte de Jager. Die Stimmung beim Landesparteitag nehme er aber so wahr, "dass wir den Aufbruch wollen". In seiner Rede hatte der 47-Jährige seine Partei zu einer programmatischen Erneuerung aufgefordert – mit Blick auf die Kommunal- und Bundestagswahl 2013. "Ich möchte heute das Signal des Aufbruchs senden. Wir sind wieder da. Und wir nehmen uns vor, die beiden Wahlen im kommenden Jahr zu gewinnen", rief de Jager den Delegierten in seiner Rede zu, für die er minutenlangen Applaus erhielt. Dabei sparte er nicht mit Selbstkritik. "Wir müssen uns thematisch breiter aufstellen." Die Union dürfe den Fokus nicht mehr so eng wie bisher auf die Finanz- und Wirtschaftspolitik richten.