Engere Verflechtung von Handwerk und Dienstleistungen wird erhofft. Studie soll Möglichkeiten der Realisierung prüfen.

Wedel/Stade. Der Landkreis Stade und der Kreis Pinneberg sollen über eine eigene Elbquerung verbunden werden. Im Gespräch ist eine Autofähre zwischen der Stadt Wedel und einem noch nicht näher benannten Standort auf der Stader Elbseite. Die Machbarkeit dieser Idee soll nun die Maritime Landschaft Unterelbe GbR in Grünendeich in einer Studie prüfen.

Dabei geht es um Fragen zur Finanzierung, zu den Anleger-Standorten und Verkehrsströmen und zum möglichen Betreiber. Westlich von Hamburg verkehrt bislang nur eine Autofähre - die zwischen Wischhafen und Glückstadt.

Als Motor der Vision gelten Landrat Michael Roesberg und Wedels Bürgermeister Niels Schmidt. Sie erhoffen sich eine engere Verflechtung von Handwerk und Dienstleistungen in den Kreisen Stade und Pinneberg. Die Autofähre könne auch helfen, den Tourismus auszubauen.

Laut Volker Hatje, im Wedeler Rathaus für Wirtschaftsförderung zuständig, sei die Idee für eine Autofähre Anfang des Jahres auf den Tisch gekommen. Danach sollen bis zu 450 Autos täglich zwischen dem Landkreis Stade und Wedel über die Elbe befördert werden. Das konkrete Interesse eines Schifffahrtsunternehmens wollten aber weder Stades Landrat Michael Roesberg noch Volker Hatje bestätigen. "Es gibt keinen Reeder, der ein Papier vorgelegt hat", so Roesberg.

Zu möglichen Standorten des Anlegers für die Autofähre wollte sich die Geschäftsstellenleiterin der Maritimen Landschaft Unterelbe, Karin Warncke, nicht äußern. "Was meinen Sie, was dann da los wäre?" entgegnete sie auf Nachfrage der Pinneberger Zeitung. Die Standortfrage sei völlig offen.

Die Machbarkeitsstudie müsse die Infrastruktur, Zufahrten und Belange des Deichbaus prüfen. Für Details sei es noch zu früh, erklärte auch Volker Hatje. Man sei erst in der Vorplanung. Die Machbarkeitsstudie soll auch die Auswirkungen auf bestehende Fährlinien, die Lühe-Schulau-Fähre und den Elbe-City-Jet, untersuchen.

Denn schon jetzt ist Wedel-Schulau Anlaufpunkt für gleich drei Fährlinien. Die Lühe-Schulau-Fähre pendelt seit Jahrzehnten zwischen den Elbufern. Sie wird von zahlreichen Pendlern genutzt, die entweder in Wedeler Betrieben wie dem Tonnenhafen oder im Stader Industriegebiet arbeiten. Außerdem ist sie beliebte Linie für zahlreiche Ausflügler, insbesondere mit Fahrrädern. In Wedel ist es als einem von wenigen Orten möglich, zwischen den beiden "Elbe-Radwegen" zu wechseln.

Der Elbe-City-Jet, der zwischen Stade und Hamburg verkehrt, erlebt seine Premieren-Saison mit der Haltestelle Schulau und für den "Halunder Jet", der täglich nach Helgoland rauscht, ist Schulau neben Landungsbrücken und Cuxhaven einer von drei Abfahrtsorten auf dem Festland und der einzige im Kreis Pinneberg.