Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Ver.di kritisieren die "viel zu geringe Aufstockung" des Personals.
Kreis Pinneberg. Für den Elmshorner Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (SPD) bedeutet die vom Postvorstand angekündigte Einstellung von bundesweit 1000 zusätzlichen Zustellern lediglich einen kleinen Schritt, um die Personalengpässe zu beheben. "Das ist für den Kreis Pinneberg nicht viel mehr als ein Tropfen auf einen lange noch heißen Stein", sagte der Politiker. In einem Gespräch mit den Ver.di-Gewerkschaftsvertretern Walter Lorenzen, Hartmut Köhne und Uwe Gier hatte Rossmann erfahren, dass für den Zustellbezirk Pinneberg lediglich sieben Briefträger zusätzlich zur Verfügung stehen werden.
Sonnabends bald keine Post mehr?
"Das reicht vielleicht gerade aus, um im anstehenden Hochbetrieb vor Weihnachten etwas Entlastung zu bringen", sagte Lorenzen. Benötigt würden jedoch fünf- bis zehnmal so viele Kräfte. Denn der Zustellbezirk umfasse den Kreis Pinneberg außer Schenefeld und Wedel. Hinzu kämen Teile des Kreises Steinburg. Der Betriebsratsvorsitzende der Kieler Niederlassung Brief bemängelt vor allem, dass die neuen Zusteller nur befristete Verträge erhalten sollen. Die Befürchtung des Gewerkschafters: "Nach einigen Monaten werden die Zusatzkräfte wieder freigestellt." Wie Rossmann setzen sich auch die Ver.di-Funktionäre dafür ein, deutlich mehr Briefträger dauerhaft zu beschäftigen. Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder zu massiven Ausfällen in der Briefzustellung im Kreis Pinneberg gekommen war, hatte Rossmann das Gespräch mit der Post gesucht.
Die zur Begründung für die Engpässe angeführtem hohen Krankenstände und die Ansammlung von Überstunden sind auch für die Postler Grund zum "Verdruss", wie es Lorenzen ausdrückte. "Wir wollen gute Arbeit leisten und die Kunden zufrieden stellen." Doch Stellenabbau und das immer knapper gewordene Personalbudget führe zu Überbelastungen. Rossmann mahnte, bei harter körperlicher Arbeit gehe es nicht an, die Zustellbezirke immer größer und die Taschen der Briefträger immer schwerer werden zu lassen: "Das macht krank." Die Personalausstattung müsse "auskömmlich gestaltet werden".
Lorenzen sagte, der finanzielle Mehraufwand wäre zu verkraften, wenn nicht die Einnahmen im Briefbereich zur Schuldentilgung für Tochterunternehmen in den USA verwendet würden.











