Im Barmstedter Rathaus werden die bürokratischen Arbeiten der vier Gemeinden des Amtes Hörnerkirchen erledigt.

Barmstedt. Aufbruchstimmung in Barmstedts Stadtverwaltung. "Der Zusammenschluss mit dem Amt Hörnerkirchen im Januar hat hervorragend geklappt", zogen jetzt Barmstedts Bürgermeister Nils Hammermann und Jörg Bucher eine 100-Tage-Bilanz. "Das hat einen richtigen Schub gegeben. Das spürt man im ganzen Rathaus", sagt Hammermann.

Mit der Verwaltungsfusion gab Bucher sein Amt als Verwaltungsleitender Beamter auf und wurde einer von vier Amtsleitern. Acht Mitarbeiter brachte Bucher aus Brande-Hörnerkirchen mit. Zwei von ihnen arbeiten weiterhin im alten Amtsgebäude, das an vier Vormittagen als Bürgerbüro geöffnet hat. Bucher sagt: "Die Zusammenarbeit ist sehr gut."

Ein Grund, warum die Integration der neuen Kollegen weitgehend reibungslos über die Bühne ging, sei die gleichzeitige Neustrukturierung der Stadtverwaltung gewesen, glaubt Bucher. Praktisch keiner der 41 Mitarbeiter Hammermanns hat seinen alten Arbeitsplatz behalten. Die ehemals fünf Ämter in Barmstedt sowie die zwei aus Hörnerkirchen sind zu vier Ämtern integriert worden. Jeder Mitarbeiter hatte die Chance, sich für die unterschiedlichen Stellen zu bewerben. "Wir hatten für alle Aufgaben Bewerber, nur für das Archiv nicht", sagt Hammermann. "Diese Aufgabe scheint nicht sonderlich beliebt zu sein."

Mittelfristig soll die Verwaltungsgemeinschaft 300 000 Euro einsparen. Es werde aber niemand seinen Job verlieren. Die Reduzierung der zurzeit 37 Vollzeitstellen um 4,5 Planstellen, wie sie vorgesehen ist, soll durch die normale Fluktuation erreicht werden, kündigt Hammermann an. Andererseits würden diese Mitarbeiter auf Überhangstellen zurzeit im Tourismusbüro und in der Wirtschaftsförderung wichtige Aufgaben übernehmen, die bislang nicht abgedeckt werden konnten. Da müsse die Politik darüber nachdenken, ob diese Aufgaben nicht weiterhin besetzt bleiben sollten.

"Für die Region wäre es wünschenswert, wenn sich das Amt Rantzau dieser Verwaltungsgemeinschaft anschließen würde", wirbt Hammermann um die Verwaltungskollegen, die nur ein paar Hundert Meter weiter die zehn umliegenden Amtsgemeinden mit 8300 Bürgern verwalten. Bucher versucht, sie mit dem Argument zu überzeugen: "Ich hatte ja vorher auch Bauchschmerzen damit, wenn sich ein kleines Amt einer Stadtverwaltung anschließt. Aber diese Sorge war völlig unbegründet."