Um Geld zu sparen und Mitarbeiter zu halten, schlossen sich Tornesch und Uetersen zusammen.
Kreis Pinneberg. Früher war sonnabends Friedhofstag! Daran erinnert sich die Uetersenerin Renate Paelchen (56) noch genau. Früher, das waren die 50er- und 60er-Jahre. Damals wurden die kleinen und großen Familiengräber gepflegt. Heute ist von dieser Kultur nicht mehr viel übriggeblieben.
"Die Familiengräber werden aufgelöst. Auch das Reihengrab für Erdbestattungen wird nur noch selten gewählt", berichtet Uetersens Friedhofsverwalter Helmut Keßler. Das hat Folgen für die Einrichtungen. Keßler: "Eigentlich bräuchten wir nur noch die Hälfte der Fläche."
Denn statt der großen Gräber wählen immer mehr Menschen kleine Flächen, die mit wenig Aufwand sauber zu halten sind. Der Wandel vollzieht sich radikal: Noch bis vor drei Jahren lagen die Erdbestattungen vorn: in Uetersen zum Beispiel 120 von rund 200. In den vergangenen zwei Jahren sackte die Zahl auf 80. "Ende Mai hatten wir erst 20 Erdbestattungen", berichtet der Friedhofsverwalter.
Das hat ebenfalls Folgen für die Arbeit. Denn es gibt immer weniger zu tun. Um die zwölf Mitarbeiter zu halten, schlossen sich die Uetersener mit Tornesch zusammen. Auch dort hatte man nach neuen Wegen gesucht, da der langjährige Verwalter, der nebenbei einen Blumenladen geleitet hatte, in den Ruhestand verabschiedet werden musste.
Jetzt werden also die Anlagen gemeinsam gepflegt. Allerdings vollzieht sich auch bei den Urnenbeisetzungen ein Wandel. Die anonyme Grabstelle wird wieder weniger gewählt. "Die Menschen wollen einen Punkt zum Trauern", erklärt Renate Paelchen, die den gemeinsamen Friedhofsverband ehrenamtlich leitet.
Also kreierten die Uetersener und Tornescher ein neues Angebot: eine kleine in den Rasen eingelegte Grabplatte, unter der zwei Urnen Platz finden. Dieser Rasen kann einfach und schnell von den Friedhofsgärtnern bewirtschaftet werden. Allerdings: "Wir haben ein Problem, da viele Angehörige diese Plätze doch gern mit Blumen und anderem Grabschmuck belegen", erzählt Erhard Vogt, ebenfalls vom Vorstand des gemeinsamen Friedhofverbands. Das Procedere: Die Gärtner stellen vor dem Mähen die Gestecke zur Seite. Aber beim nächsten Mal steht alles wieder am Platz. Was tun? In Wedel hat das Team um Friedhofsverwalter Christoph Stapel das Angebot erweitert: Dort gibt es sowohl Urnenrasengräber mit oder ohne Pflanzbeet. Und wo direkt kein Platz für den Erinnerungsschmuck ist, dürfen die Trauernden die Steckvasen auf die Gemeinschaftsfläche stellen.











