Pinneberg
18.10.12

Kulturszene

Uetersens Kneipenkultur lebt neu auf

Das monatliche Friday Musik Network bietet jungen Bands eine Bühne. Dieses Mal sind The Lennies aus Quickborn zu Gast und spielen Indie-Rock.

Von Nadine Lischick
Foto: www.imagesource.com
A drum kit
Schalgzeug - Das Friday Musik Network gibt jungen Bands die Gelegenheit, sich auf der Bühne zu präsentieren (Symbolbild)

Uetersen. Es gab mal eine Zeit, da war Uetersen bekannt für seine lebendige Kneipenkultur. "Seit es die Hafennacht nicht mehr gibt, liegt die Kulturszene hier leider brach", sagt Jörg Holstein, Betreiber des Instrumenten-Geschäfts "Stage Guitar". "Eigentlich ist das Taps der einzige Laden, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden. Dabei gibt es genug gute, junge Bands, denen muss man eine Plattform bieten." Genau das tut Jörg Holstein nun. Gemeinsam mit seinem Stage-Guitar-Kollegen Jörg Zydziak sowie Taps-Inhaber Rüdiger Tarp rief er die Veranstaltung Friday Musik Network ins Leben. Dafür laden sie stets eine Band ein, die um 19.30 Uhr zunächst ein Akustikkonzert auf dem Hof der Firma Stage Guitar, Großer Sand 115, gibt. Um 21.30 Uhr präsentiert die Gruppe sich in voller Lautstärke im Taps in der Pinnauallee 1. "Die Idee kam uns bei ein paar Bierchen", so Holstein. "Damit die Organisation nicht an einer Person hängen bleibt, haben wir uns zusammen getan."

Am morgigen Freitag geht die Veranstaltung bereits zum vierten Mal über die Bühne. Zu Gast ist die Gruppe The Lennies aus Quickborn. Das Trio spielt Indie-Rock, der an Bands wie The Lemonheads und Hüsker Dü erinnert. "Ich habe schon 1994 angefangen Songs zu schreiben", sagt Sänger und Gitarrist Lennart Wollmershäuser. "Das erklärt vielleicht auch, warum einige unserer Songs klingen, als seien sie aus den Neunzigern. Sind sie nämlich tatsächlich." Anfang 2010 präsentierte Wollmershäuser die Songs seiner Freundin Annemieke Böhm, die sich als Bassistin anbot. Schlagzeuger Andreas Rhode aus Hasloh komplettierte die Gruppe. Mittlerweile hat das Trio unter anderem im Hamburger Marx sowie auf dem Emergenza-Festival gespielt. "Derzeit arbeiten wir an Songs für unser Debütalbum", so Rhode. "Die Demos sind schon fertig und wir suchen nun nach einer Plattenfirma." Außerdem planen die drei noch in diesem Jahr mit ihrer eigenen Web-Sitcom zu starten. Die erste Folge, die im Taps gedreht wurde, ist bereits zur Hälfte im Kasten.

Von der Idee des Friday Musik Network sind die drei begeistert. "Für neue Bands wie uns ist es total wichtig, dass es so etwas gibt", so Böhm. "Die Hamburger Klubs verlangen oft, dass man mindestens 20 Leute mitbringt oder ihnen eine gewisse Anzahl an Karten abkauft." Im Taps und beim Friday Musik Network ist das anders. "Man muss vor allem gut sein, um dort spielen zu dürfen", so Rhode. "Genau das gefällt mir am Taps so gut."

Rhode ist selbst Stammgast im Taps. Sowohl bei der Blues-Session "Blue Monday" an jedem ersten Montag im Monat als auch bei der Jazz-Session an jedem zweiten Dienstag ist er regelmäßig zugegen. "Bei den Sessions kann mitspielen, wer will", erklärt er. "Es werden bekannte Songs gespielt und abgewandelt oder einfach nur Riffs in den Raum geschmissen. Das ist total spannend, denn man weiß nie, was dabei heraus kommt." Sechs Jahre ist es her, dass Rüdiger Tarp die Blues-Session in seiner Kneipe einführte, um die Kommunikation und Vernetzung unter den Musikern zu verbessern. Mittlerweile sind beide Sessions längst etabliert. "Vor allem bei der Blues-Session ist es regelmäßig voll", so Rhode.

Mit dem Friday Musik Network ist nun eine weitere regelmäßige Veranstaltung hinzu gekommen. Genau wie bei den Sessions ist der Eintritt frei. Obendrauf gibt es sogar noch Freibier. "Wer schon zum ersten Konzert bei Stage Guitar kommt, kriegt später im Taps ein Bier", verspricht Holstein. "Das haben wir beim letzten Mal eingeführt und das kam bei den Besuchern unheimlich gut an." Außerdem ist es der erste Schritt, Uetersens Kneipenkultur wieder aufleben zu lassen.

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