Pinneberg
31.12.12

Jahresrückblick

Die Gewinner und Verlierer des Jahres in Pinneberg

Das war das Jahr 2012: Im letzten Teil unseres Rückblickes geht es um große und kleine Politik, gute Taten und die Mega-Partys.

Von Arne Kolarczyk
Foto: pa/dpa
"Miss Germany" - Wahl in Rust
An ihrem 21. Geburtstag wird Isabel Gülck aus Horst Miss Germany

Eine Schönheitskönigin, zwei Bürgermeisterwahlen und ein Stelldichein der Top-Polit-Prominenz anlässlich der Landtagswahl. Das Jahr 2012 hatte, was Politik und Persönliches angeht, im Kreis Pinneberg eine ganze Menge zu bieten. Die Abendblatt-Redaktion listet zum Abschluss unserer Jahresrückblicke noch einmal die Highlights auf.

Der Landtagswahlkampf nimmt bereits am 11. Januar Fahrt auf. SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier spricht vor 320 Gästen im Pinneberger Ratssaal. Am 25. April kommt der prominente SPD-Politiker erneut in den Kreis Pinnberg. Jedoch nicht allein. Ihn begleiten Parteichef Sigmar Gabriel und der - Ende des Jahres zum Spitzenkandidaten gekürte - Peer Steinbrück. Der Auftritt der SPD-Troika vor 600 Besuchern in der Elmshorner EMTV-Halle findet ein bundesweites Medienecho.

Viel mediale Beachtung findet auch der Auftritt von Angela Merkel, die am 4. Mai zum CDU-Wahlkampf in die Tornescher Klaus-Groth-Halle kommt. 1700 Menschen wollen dort die Kanzlerin sehen. Weniger Gäste lockt der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, am 2. Mai auf den Alten Markt nach Elmshorn. Er spricht vor 250 Personen. Die FDP schickt Außenminister Guido Westerwelle am 24. April in die Elmshorner Nordakademie. Die Grünen bieten am 22. April eine Wanderung mit Renate Künast, ihrer Bundestags-Fraktionsvorsitzenden, durch das Quickborner Himmelmoor an.

Am 26. Januar kommen 100 Gäste zum Richtfest der 36 Millionen Euro teuren KGSE in Elmshorn. Im Oktober sorgt dann die Insolvenz einer Firma, die für den Brandschutz zuständig war, für Verzögerungen.

Am 26. Januar gründen acht Mitglieder in Uetersen einen Ortsverband der Grünen. Die Ökopartei wird 2013 an den Kommunalwahlen teilnehmen. In Tornesch, das wird im November bekannt, bewerben sich die Grünen nicht mehr für den Urnengang. In Pinneberg ändert die Partei am 12. November ihren Namen. Aus der Grün-Alternativen Liste (GAL) wird Bündnis 90/Die Grünen. Ähnliches passiert in Elmshorn, wo am 5. Oktober ein grüner Ortsverband aus der Taufe gehoben wird. Er löst zur Kommunalwahl die Wählergemeinschaft WGE/Die Grünen ab.

Die Skandalfirma Harles & Jentzsch wechselt am 2. Februar den Besitzer. Das Hamburger Unternehmen OleoServ übernimmt die Betriebsstätte in Uetersen. Harles & Jentzsch war Anfang 2011 in die Schlagzeilen geraten, weil Futtermittel mit Industriefetten vermischt wurde und so Dioxine in das Tierfutter gelangten.

An ihrem 21. Geburtstag wird Isabel Gülck am 11. Februar aus Horst zur Miss Germany gekürt. Der Jubel in dem 5000 Einwohner fassenden Dorf nahe Elmshorn ist grenzenlos. Die 21-Jährige unterbricht ihre Ausbildung zur Versicherungskauffrau, um Bühnen-Auftritte, Foto-Shootings, Messe-Besuche und immer wieder Stippvisiten in Fernsehshows absolvieren zu können.

Am 16. Februar offenbart sich im Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt Pinneberg ein Debakel. Das Haushaltsdefizit in 2012 steigt von acht auf zehn Millionen Euro. Zudem wird bekannt, dass die Stadt auf 16.000 offenen Rechnungen sitzt. Von den noch nicht beglichenen 6,35 Millionen Euro muss die Stadt mindestens 61.000 Euro wegen Verjährung abschreiben.

Am 31. März heißt es wieder "Appen musiziert". Die Veranstaltung mit Stars wie Mary Roos, Patrick Lindner und Tony Christie bringt 314.300 Euro für krebskranke Kinder ein.

Am 1. April eröffnet das Schulauer Fährhaus nach einer Renovierung. In dreimonatiger Arbeit haben die neuen Betreiber etwa vier Millionen Euro in das Traditionshaus investiert.

Am 19. April lehnt das Verwaltungsgericht Schleswig alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Pinneberger Westumgehung ab. Damit kann die seit Jahrzehnten geplante, drei Kilometer lange Umgehungsstraße Anfang 2013 realisiert werden.

Am 23. April vollziehen Kummerfelds Bürgermeister Hanns-Jürgen Bohland und sein Kollege Wilfried Hans aus Prisdorf den ersten Spatenstich für die gemeinsame Grundschule beider Gemeinden, die in Prisdorf entsteht. Sie bietet 200 Schülern Platz und startet zum Schuljahresbeginn 2013/2014. Bei der Landtagswahl am 6. Mai teilen sich CDU und SPD die vier Wahlkreise im Kreis. Peter Lehnert und Barbara Ostmeier siegen für die CDU, für die SPD Beate Raudies und Kai Vogel. Neben dem Quartett zogen Eka von Kalben aus Borstel-Hohenraden und als Nachrückerin Ines Strehlau aus Halstenbek, beide Bündnis 90/Die Grünen, über die Liste ins Kieler Parlament ein. Bernd Schröder, SPD, Günther Hildebrand, FDP, Christian von Boetticher, und Michael von Abercron, beide CDU, treten aus unterschiedlichen Gründen nicht wieder an oder müssen Wahlniederlagen einstecken. Im Zuge der Regierungsbildung von SPD, Grünen und SSW wird Pinnebergs Bürgermeisterin Kristin Alheit Anfang Juni als neue Sozialministerin berufen.

Am 21. Mai gründet sich die Schenefelder Tafel. Der Verein findet im September geeignete Räume am Osterbrooksweg, am Nikolaustag startet die erste Essensausgabe für Bedürftige.

Vom 8. bis 10. Juni begeht Wedel das Hafenfest, das als Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich des 800. Geburtstag der Stadt gilt. Zehntausende kommen auf die Festmeile mit Elbblick.

Am 14. Juli kommen 1217 Menschen in die Turnhalle in Haseldorf, um sich typisieren zu lassen. Bei der Aktion wird ein Stammzell-Spender für die 15 Jahre alte Tonia aus Haseldorf gesucht, die unter Leukämie leidet. Ein Spender findet sich noch im Juli, er kommt aus den USA. Die Übertragung der Stammzellen erfolgt im August.

In Barmstedt sind zwei Großprojekte fertig. 5,5 Millionen fließen in zwei Zweifeld-Sporthallen, die am 25. August nach 15-monatiger Bauzeit der Öffentlichkeit übergeben werden. Gleich neun Millionen Euro verschlingt der Seniorenwohnpark Rantzauer See. Die ersten Bewohner ziehen im September in das kommunal geführte Altenheim mit 91 Plätzen ein, das den Altbau an der Brunnenstraße ersetzt.

Am 15. September gibt Hannes Birke nach 19-jähriger Amtszeit den Vorsitz der Kreis-SPD ab. Zu seinem Nachfolger wählen die Delegierten Thomas Hölck aus Haseldorf.

Am 27. September beginnt im Stadtzentrum Schenefeld eine neue Zeitrechnung. Mit der Eröffnung des 3700 Quadratmeter großen Rewe-Marktes kommt Leben in den Erweiterungsbau, dessen Parkhaus bereits seit Sommer genutzt werden kann. Dort stehen jedoch bis heute viele Flächen leer. Und auch im Altbau findet ein munteres Umbau- und Wechselspiel statt. Ende November wird bekannt, dass das Elmshorner Familienunternehmen Ramelow die Flächen von P & C übernimmt.

Am 28. September wählt die Kreis-CDU Ole Schröder aus Rellingen mit 98,4 Prozent erneut zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Die SPD zieht am 8. Dezember nach und nominiert ihren Abgeordneten Ernst Dieter Rossmann aus Elmshorn. Sein Ergebnis liegt mit 98,5 Prozent hauchdünn über dem von Schröder. Die Grünen nominieren am 5. Dezember Valerie Wilms - mit "nur" 86 Prozent.

Am 17. Oktober beschließt Pinneberg ein Haushaltssanierungskonzept. Die "Giftliste" beinhaltet Steuer- und Gebührenerhöhungen, die Neueinführung diverser Abgaben sowie Ausgabenkürzungen. Dank der Maßnahmen kann die Stadt unter den Rettungsschirm des Landes für klamme Kommunen schlüpfen. Bereits seit März ist über verschiedene Maßnahmen debattiert worden. Auch die Schließung des defizitären Hallenbandes steht zur Debatte. Dagegen sammeln Nutzer 4156 Unterschriften.

Der Elmshorner MTV beschließt am 25. Oktober, seine Sportstätte am Koppeldamm mit Millionenaufwand zu modernisieren. Kernstück ist der Bau einer neuen Sporthalle.

Am 26. Oktober stellt die Lebenshilfe Schenefeld einen Insolvenzantrag für ihre Gärtnerei. Dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Ortsverein gelingt es bis Jahresende, drei Immobilien, darunter das leer stehende Restaurant Fährhaus Teufelsbrück, zu Geld zu machen. Die Gärtnerei soll gemeinsam mit der Pinneberger Lebenshilfe weiter betrieben werden.

Die Halstenbeker bestätigen am 28. Oktober Linda Hoß-Rickmann als Bürgermeisterin. Sie erhält 93,1 Prozent der Stimmen, ihre Gegenkandidaten Deborah Nolte lediglich 6,9 Prozent.

In Pinneberg setzt sich bei der Bürgermeisterwahl am 11. November Urte Steinberg gegen drei Gegenkandidaten durch. 57,46 Prozent geben der gemeinsamen Kandidatin von SPD und CDU ihre Stimme. Meike Oltmanns-Hase, die von den Grünen, FDP und den Bürgernahen unterstützt wurde, kommt auf 23,9 Prozent. Auf Amtsleiterin Traudchen Perrefort entfallen 13,36 Prozent, auf Ole Bues lediglich 5,5 Prozent.

Am 6. Dezember stimmen SPD, CDU und FDP in Elmshorn für die Aufgabe des maroden, denkmalgeschützten Rathauses und für den Neubau eines Verwaltungsgebäudes im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen. Nur die Grünen wollen an der Altimmobilie festhalten und sie sanieren.

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