Die geplante Anschlussstelle bedeute einen verheerenden Eingriff in die Natur und bringe der Stadt keinen Nutzen.

Norderstedt. Kaum beschlossen, wird der geplante Autobahnanschluss Norderstedt-Garstedt schon wieder beerdigt. SPD, Grüne Alternative Liste in Norderstedt (GALiN) und FDP wollen das Millionen-Projekt in der heutigen Sitzung der Norderstedter Stadtvertreter kippen. Mit 25 Stimmen haben die Gegner der neuen Autobahn-Anschlussstelle ohnehin eine Ein-Stimmen-Mehrheit in der Stadtvertretung, die vier Stadtvertreter von Die Linke werden ebenfalls gegen das 20 Millionen Euro teure Straßenbauvorhaben votieren.

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Hamburger Abendblatt

Mit dem Nein zur Anschlussstelle setzen SPD, GALiN und FDP fort, was sie schon vor der Kommunalwahl angekündigt hatten. Der Autobahnanschluss und die Westumgehung Garstedt dürfen nicht gebaut werden: "Beide Projekte bedeuten einen verheerenden Eingriff in die Garstedter Feldmark, die ein wichtiges Naherholungsgebiet Garstedt", sagt Klaus-Peter Schroeder von der FDP. Jürgen Lange (SPD) kritisiert, dass ein Autobahnanschluss im Gegensatz zum sogenannten Norderstedter Ring stehe: Die Verbindung von der B 432 über Schleswig-Holstein-Straße, die Umgehungsstraße K 113 und den Straßenzug aus verlängerter Oadby-and-Wigston-Straße/Niendorfer Straße/Friedrichsgaber Weg soll den Verkehr aus den Wohngebieten heraushalten. "Mit der neuen Anschlussstelle würden wir uns nur zusätzlichen Verkehr in die Stadt holen und vor allem Harksheide belasten", sagt Lange. Er hatte immer kritisiert, dass die Stadt 3,3 Millionen Euro für ein Projekt ausgibt, von dem sie nur Nachteile habe. Profitieren würde vor allem der Kreis Pinneberg mit einer besseren Ost-West-Verbindung.

Die CDU hatte den Bau der neuen Anschlussstelle mit ihrer absoluten Mehrheit am Ende der vorigen Wahlperiode durchgesetzt. Kippt heute der Beschluss, würde das zugleich das endgültige Aus bedeuten: "Damit wäre der Autobahnanschluss erledigt", sagt Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministeriums in Kiel. "Wir werden nichts gegen den Willen der Bürger vor Ort entscheiden."

Das Nein der Norderstedter dürfte auch die Nachbarn im Kreis Pinneberg freuen: Der Bönningstedter Gemeinderat hat auf Antrag der neuen Mehrheitsfraktion BWG den Autobahnanschluss abgelehnt. Der war auch in Hasloh umstritten, denn der Garstedter Weg würde entlastet, die B 4 aber stärker belastet.