Das neue System soll ab August 2009/2010 gelten. Eine Projektgruppe mit Elternvertretern und Kita-Leiterinnen wird die Details erarbeiten.
Norderstedt. "Wir hoffen, dass machbare und akzeptable Vorschläge erarbeitet werden, die auch die Skeptiker überzeugen", sagt Holger Hagemann (CDU), nachdem der Ausschuss für junge Menschen mit der Mehrheit von CDU und FDP beschlossen hat, eine Projektgruppe mit der Entwicklung des Gutschein-Systems für die Norderstedter Kindertagesstätten zu beauftragen. Die Neuregelung soll zum August 2009/2010 eingeführt werden. Damit findet eine monatelange Diskussion um die Zukunft der Kindertagesstätten vorerst ihren Abschluss.
Die CDU hatte beantragt, die Arbeitsgruppe einzurichten. Darin werden Mitarbeiter der Verwaltung, die Träger nichtstädtischer Kindertagesstätten, Kindergarten-Leiterinnen und Sprecher der Kreiselternvertretung in Norderstedt mitarbeiten. Auch externer Sachverstand soll eingeholt werden. Ziel ist, so Hagemann, die Qualität der Betreuung zu steigern, und Eltern mehr Flexibilität zu bieten.
Beim Gutschein-System melden die Eltern der Stadt, wie viel Betreuung sie brauchen und bekommen dann einen Gutschein für zwölf Monaten, den sie bei der Einrichtung ihrer Wahl abgeben. Der Träger bekommt von der Stadt das Geld, das sich die Verwaltung von den Eltern wiederholt.
Die Elternvertreter, die seit Monaten engagiert mitdiskutieren, bewerten den Beschluss differenziert: "Als Erfolg unseres Engagements werten wir, dass der Beschluss ausdrücklich die Erarbeitung qualitätssteigernder Maßnahmen vorsieht. Positiv ist auch, dass eine Projektgruppe eingesetzt wird, in der Eltern mit zwei Vertretern mitarbeiten dürfen", sagt Kreiselternvertreterin Susanne Amrhein. Sie kritisiert allerdings, dass es sich nicht um eine ergebnisoffene Projektarbeit handelt, sondern die Politik als Ziel vorgegeben hat, ein Gutschein-System zu erarbeiten. "Es geht also nicht darum, den bestmöglichen Weg für die Norderstedter Kitas zu finden", sagt die Elternvertreterin. Hinzu komme, dass bis zur Einführung eines Gutschein-Systems in gut eineinhalb Jahren keine weiteren Investitionen in den Kita-Bereich geplant seien. Für mindestens zwei Jahre herrsche also erst mal Stillstand.
Die Kreiselternvertretung und die Interessengemeinschaft "Kita-Eltern Norderstedt" lehnen die Neuregelung nach wie vor ab. "Wir sehen unsere Aufgabe vor allem darin, das Schlimmste zu verhindern", sagt Susanne Amrhein, die die Hoffnung auf einen Sinneswandel bei CDU und FDP noch nicht aufgegeben hat: "Wir hoffen, dass im Entwicklungs-Prozess die guten Argumente gegen ein Gutschein-System auch die Politiker überzeugen werden."











