Norderstedt
01.09.07

Ausgrabung: Wissenschaftler machen sensationellen Fund in Groß Rönnau

Steinzeit-Siedlung entdeckt

Flintdolche, Bernsteinperlen und ein Baumsarg deuten auf Leben in der Bronzezeit hin. Die Arbeiten gehen weiter.

Von Lothar Kullack

Groß Rönnau. Zwei Flintdolche, Bernsteinperlen, ein vermoderter Baumsarg und ein Bronzedolch, sogar noch mit Resten eines Holzschaftes: Sie ist ungewöhnlich ergiebig, die Grabungsstätte des Archäologischen Landesamtes in Groß Rönnau. Nun hoffen die Wissenschaftler, noch Bedeutenderes zu finden. Der Archäologe Dietrich Meier ist im Auftrag der Akademie der Wissenschaften in Mainz auf der Suche nach einer bronzezeitlichen Siedlung. "Es wäre eine Sensation, wenn wir die hier finden", sagt Meier.

Hoffnung macht den Wissenschaftlern die Reihe von verwitterten Holzpfählen, die schon Dr. Ingo Lütjens, Grabungsleiter des Landesamtes, gefunden hatte. Sie sind an der dunklen Färbung des Erdreiches deutlich zu erkennen und schön gleichmäßig gesetzt. "Wir können nur vermuten, was das einmal gewesen sein mag: Etwa eine Art Prozessionsgang zum Grabhügel oder ein größerer Pfahlbau. In jedem Fall sind es Spuren einer menschlichen Besiedlung", sagt Meier.

Die wissenschaftliche Sensation wäre, dass erstmals eine Siedlung direkt an einer Grabanlage gefunden würde. Üblich waren so geringe Abstände in der gesamten Bronzezeit nicht. Wahrscheinlicher erscheint den Wissenschaftlern deshalb, dass die Grabanlage, die etwa aus der Zeit zwischen 2000 bis 1600 vor Christus datiert, auf einer früheren, noch älteren Siedlung errichtet wurde.

So arbeiten jetzt zwei Teams auf den früher landwirtschaftlich genutzten Feldern von Klaus Rathje, die jetzt dem Beton- und Kieswerk Schoer KG gehören: "Lütjens kümmert sich nach wie vor um die Toten, Dr. Meier um die davor Lebenden", sagt Ingo Clausen, Projektleiter und Gebietsdezernent des Landesamtes lachend.

Clausen hat entschieden, die drei Rönnauer Grabhügel aus dem Denkmalschutz herauszunehmen und ermöglichte so einerseits den künftigen Kiesabbau und zum zweiten die jetzigen Grabungen, die von Klaus Rathje und Otto Schoer gemeinsam finanziert werden. Das Mainzer Team wird von der Akademie der Wissenschaften bezahlt - es ist ein auf zwölf Jahre angelegtes Projekt zur Erforschung von Siedlungsspuren, das bundesweit betrieben wird und erst im Januar begonnen hat.

Ob Ausgrabungsleiter Dietrich Meier, der zwar für die Mainzer Akademie arbeitet, sich als "Schleswiger Jung" aber bestens mit den norddeutschen Verhältnissen auskennt, nun auf eine Siedlung stößt oder nicht: Ungewöhnlich ist die Groß Rönnauer Grabungsstätte in jedem Fall: "Werden sonst ein bis zwei Gräber pro Hügel gefunden, so sind wir hier schon bei sechs Gräbern angelangt", sagt Archäologe Ingo Lütjens. Und am zweiten der drei Hügel sind die Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen, am dritten haben sie noch nicht einmal begonnen.

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