Den Eltern reicht das nicht. Sie sind empört, weil die Union ihre Bedenken, Vorschläge und wochenlange intensive Arbeit ignoriert.
Norderstedt. "Das erträgt hier keiner mehr", schleuderte Elternvertreterin Katrin Schmieder den Politikern entgegen und stürmte aus dem Saal. "Zieht den Antrag zurück und lasst und gemeinsam was Vernünftiges machen", forderte Helmuth Krebber (SPD) die CDU auf - zwei Aussagen, die belegen, wie emotional es im Ausschuss für junge Menschen zuging. Die von der CDU geplanten Schließzeiten der Kindertagesstätten in den Ferien empörten erneut die mehr als 20 Elternvertreter, die zur Sitzung ins Rathaus gekommen waren.
Sie hofften, dass die CDU ihr Vorhaben zurückzieht. Doch die Union folgte dem Wunsch nicht und setzte noch eins drauf: Statt an 20 Tagen sollen die Kitas nun an 23 Tagen pro Jahr geschlossen bleiben. "Dann hat die CDU uns belogen, denn bisher hieß es immer, die drei Tage für Fortbildung des Personals seien in den 20 Schließtagen enthalten", sagte Elternsprecherin Katrin Schmieder.
Die Eltern lehnen die geplanten Kindergarten-Ferien vor allem aus folgenden Gründen ab (wir berichteten):
Auch das Bonbon, das die CDU den Eltern mit dem gebührenfreien dritten Kindergartenjahr vorsetzte, wollten die Väter und Mütter nicht schlucken. Sie forderten, dass das Geld für eine bessere Betreuung eingesetzt wird. Katrin Schmieder rechnete vor: Gut 1,4 Millionen Euro koste die Stadt der Verzicht auf die Einnahmen im dritten Kindergartenjahr, hinzu kämen gut 480 000 Euro für den Verwaltungsaufwand. Für insgesamt rund 1,9 Millionen Euro könnten 47 Vollzeit-Erzieherinnen eingestellt werden.
Die Grüne Alternative Liste in Norderstedt stellte den Antrag, auf die Schließzeiten zu verzichten und vom eingesparten Geld das Personal aufzustocken. Die CDU-Mehrheit lehnte den Antrag ab. Bedenken hatte auch Stefan Reimann, Sprecher der Kreiselternvertretung Segeberg: "Die Arbeits- und Ladenschlusszeiten weiten sich immer weiter aus. Da brauchen wir mehr Flexibilität und keine starren Schließzeiten", sagte er.
Doch die CDU blieb bei ihrem Plan, allerdings wird der Beschluss bis zum 19. September ausgesetzt. Dann soll die Verwaltung einen Zwischenbericht zum Gutschein-System geben. Dieses Modell, das in Hamburg und anderen Bundesländern praktiziert wird, will die CDU ins Gesamtpaket einarbeiten. Die Eltern bekommen von der Stadt oder Gemeinde einen Gutschein und können sich die Kita mit der passenden Kinderbetreuung selbst aussuchen.











