Mit dem Geld sollen Kinder und Jugendliche unterstützt werden, deren Eltern sich Angebote von Bildungsträgern nicht leisten können.

Norderstedt. Gute Bildung darf nicht daran scheitern, dass Eltern zu wenig Geld oder Interesse haben, um ihr Kind optimal zu fördern. Nach diesem Motto wurde in Norderstedt der Bildungsfonds gegründet. "Seit PISA wissen wir, dass die soziale Herkunft eine entscheidende Rolle für die Bildungs-Karriere spielt. Und die Weichen werden noch in der Grundschule gestellt, in einem Alter, in dem die Kinder selbst kaum oder keinen Einfluss auf ihre Schullaufbahn haben", sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, als er das neue Förderinstrument gestern vorstellte.

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Ziel ist, den Topf mit Spenden von Firmen zu füllen, und Kurse oder andere Angebote von Bildungsträgern finanziell zu unterstützen. Beispiel ist der Kursus "Grips-Kids", den das Rote Kreuz anbietet. "Wir haben nur einen Euro von jedem Kind für eineinhalb Stunden genommen, obwohl wir eigentlich mehr bräuchten, um kostendeckend zu arbeiten. Es gibt Eltern, die sich das nicht leisten können", sagt Norderstedts DRK-Chef Werner Aschmutat, Ideengeber für den Bildungsfonds.

"Doppelverdiener oder Alleinerziehende haben oft keine Kraft und Zeit, um sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. Die Schlüsselkinder sind auf sich allein gestellt. Und wenn sie mal die normale Bildungs-Bahn verlassen haben, kostet es viel Energie, sie wieder zurückzuholen", sagt Stefan Witt, Vorsitzender von Norderstedt Marketing - die Wirtschaftsvereinigung ist dritter im Bunde der Bildungsförderer und hat zum Einstieg auch gleich Geld mitgebracht: 1500 Euro hat der Marketingverein in den Bildungsfonds eingezahlt, hinzu kommen 2000 Euro von C & A.

"Wir hoffen, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen. Willkommen sind uns auch kleine Summen und Spenden von Privatpersonen", sagt Grote, der die Unternehmen demnächst per Post über den Bildungsfonds informieren will. Für die Firmen sei eine Beteiligung zugleich die Chance, so Witt, sich Fachkräfte aus dem Ort heranzuziehen. "Daher ist eine Spende auch eine Investition in die Zukunft", sagte er. Stadtmarketing bedeute nicht nur den Abend der Norderstedter Wirtschaft und das Schleswig-Holstein Musik-Festival. "Norderstedt Marketing ist für alle Norderstedter da", sagte Witt.

Klaus Bostelmann, der die städtischen Bildungswerke zusammen mit Bücherei-Chefin Susanne Martin leitet, ist für den organisatorischen Teil zuständig Er weist darauf hin, dass es sich nicht um Stipendien für einzelne Kinder handelt. "Wir wollen Kurse und Gruppen fördern", sagt er. Die Förderung gelte für Kinder mit Defiziten genauso wie für hochbegabte Mädchen und Jungen. "Es ist doch schade, wenn lern- und wissbegierige Kinder mit besonderen Talenten auf der Strecke bleiben, weil sich niemand um sie kümmert", sagt Grote. Denkbar sei durchaus, dass aus dem Bildungsfonds Kurse zur Steigerung er Konzentrationsfähigkeit unterstützt werden, aber genau so auch naturwissenschaftlich-technische Projekte an Grundschulen, wenn die Schule nicht ausreichend Mittel hat. Der Fonds soll unbürokratisch handeln. Ein Beirat entscheidet über Anträge.

Auskünfte gibt Bostelmann unter Tel. 040/535 95 910.