Während 3890 Blutspenden aus Norderstedt untersucht werden, sammeln Mathies' Patinnen unermüdlich Spenden.

Norderstedt. Für Mathies und seine Familie ist es das bange Warten auf den lebensrettenden Anruf: Wurde der passende Stammzellenspender gefunden? Täglich werden die Gewerbemerkmale des an der schweren aplastischen Anämie erkrankten Fünfjährigen mit den Daten der Knochenmarkspender weltweit abgeglichen. Über 12 Millionen Spender sind registriert. Und jetzt sind 3890 Spender aus Norderstedt dazugekommen.

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Für die drei Patinnen von Mathies ist nach der überwältigenden Reaktion der Norderstedter auf das Schicksal ihres kleinen Neffen die Zeit gekommen, ein erstes Resümee zu ziehen und einfach Danke zu sagen. Gleichwohl arbeiten Silke Brachmeyer, Connie Suhr und Anja Fürstenberg aber unermüdlich weiter für die von ihnen ins Leben gerufene Aktion "Hilfe für Mathies und andere". Bei den beiden Typisierungs-Aktionen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im Gymnasium Harksheide und in der Eyüp Sultan Moschee gaben die 3890 Norderstedter ihr Blut. Auf dem Konto der Initiative sind mittlerweile sagenhafte 122 000 Euro eingegangen. Damit sind 2440 Laboruntersuchungen bezahlt. Damit alle Kosten gedeckt sind müssen 194 500 Euro zusammenkommen. Die drei Patinnen haben noch genug Willen und Energie, um das fehlende Geld aufzubringen. Die Unterstützung in der Stadt ebbt nicht ab. Private Spender haben wertvolle Preise für Mathies gespendet, die jetzt für den guten Zweck versteigert werden (siehe Kasten rechts). Am Donnerstag legen sich die Schüler des Gymnasiums Harksheide mächtig ins Zeug. Das Team der Schülervertretung und der Sportlehrer Jörn Klinke haben einen Sponsorenlauf organisiert. Alle Schüler sind aufgefordert, Sponsoren zu finden, die einen bestimmten Betrag pro gelaufener Runde für einen Schüler übernehmen. Die Hilfsbereitschaft für Mathies geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Studierende der Hochschule Bremen organisieren am Mittwoch, von 10 bis 16 Uhr, eine Typisierungsaktion für Mathies, die dreijährige Kübra aus Herborn und andere (Neustadtswall 30, M-Gebäude, Raum M 303). Doch der wichtigste Wettlauf mit der Zeit wird in einem Labor der Knochenmarkspenderdatei in Dresden entschieden. Dort sind alle Blutproben von den beiden Typisierungsaktionen für Mathies eingetroffen und werden jetzt in einem sehr aufwendigen Prozess auf etwa 1500 Gewebemerkmale hin untersucht. Entscheidend für die Frage, ob der passende Stammzellenspender gefunden ist, sind aber nur etwa zwölf Merkmale. Stimmen sie bei einem Menschen auf der Welt zu 100 Prozent mit Mathies Werten überein, ist der Junge gerettet. "Die Untersuchung jeder einzelnen Blutprobe dauert etwa drei bis vier Wochen", sagt Silvia Marcello von der DKMS. Bis Weihnachten haben Mathies und seine Familie also die Gewissheit, ob unter den Spendern aus Norderstedt der Lebensretter ist. Die Chancen dafür stehen eins zu mehreren Millionen.


Wer spenden möchte, überweist einen Betrag auf das Konto 34 17 89 10 bei der Volksbank Elmshorn (BLZ: 22 19 00 30).