Die Grünen, die Linken und die Sozialdemokraten mit einem rot-rot-grünen Bündnis stehen dem "Bürgerblock" gegenüber.
Norderstedt. Die CDU verliert deutlich und damit ihre absolute Mehrheit, die SPD stagniert, und GALiN, FDP und Die Linke sehen sich als Wahlsieger. Die Kommunalwahl hat die Machtverhältnisse in der Norderstedter Stadtvertretung durcheinander gewirbelt.
Das sind die Stadtvertreter
Achtung: Nur Kommunalpolitik!
48 Norderstedter bilden das neue Stadtparlament für die nächsten fünf Jahre. 24 Sitze für das bürgerliche Lager aus CDU und FDP und 24 Sitze für SPD, GALiN und die Linke - ein Patt. Was das für die Entscheidungen im Stadtparlament bedeutet, bringt SPD-Fraktionschef Johannes Paustenbach am Wahlabend auf den Punkt: "Für jedes Thema muss ab sofort eine Mehrheit gefunden werden. Der Oberbürgermeister kann sich nicht mehr sicher sein, dass die CDU seine Vorgaben einfach abnickt."
Noch am Wahlabend verabredete sich Paustenbach mit Anette Reinders von der GALiN und Miro Berbig von der Linken zu Sondierungsgesprächen in dieser Woche. Es scheint klar, dass das Rot-Rot-Grüne-Bündnis die Politik in den nächsten fünf Jahren bestimmen möchte. Dass der Autobahnanschluss Norderstedt-Mitte nun keine Chance mehr habe, dass kündigte Paustenbach bereits an. Ebenso der Beschluss für die Einführung des umstrittenen Gutschein-Systems für die Norderstedter Kindertagesstätten dürfte kassiert werden. Und auch die Stadtpark GmbH, die die Landesgartenschau 2011 plant, muss sich auf Konzeptänderungen gefasst machen - Wasserski-Anlage ade.
Über ein starkes Ergebnis von 8,4 Prozent, deutlich über dem Landestrend, durfte sich die Linke bei ihrer Premiere in Norderstedt freuen. Spitzenkandidat Miro Berbig und seine Genossen feierten ausgelassen im "Music Star". "Wir brauchen jetzt erst mal einen Schlüssel fürs Rathaus und dann müssen wir eine vierköpfige Fraktion bilden", sagte Berbig. Völlig aus dem Häuschen über 12,3 Prozent zeigte sich Anette Reinders von der GALiN: "Das beste Ergebnis unserer Geschichte. Unsere Fraktion ist jetzt doppelt so groß." Bei der CDU herrschte gedämpfte Freude: "Wir haben keinen Grund, geknickt zu seien. Nach dem Ausreißer 2003 sind wir jetzt in die Wirklichkeit zurückgekehrt", sagte CDU-Ortschef Joachim Miermeister. Immerhin habe die CDU 19 von 21 Wahlkreisen direkt gewonnen. Dabei setzte sich überraschend Petra Müller-Schönemann im Wahlkreis 16 gegen so renommierte Konkurrenz wie SPD-Urgestein Jürgen Lange und FDP-Chefin Marlis Krogmann durch.
Katzenjammer gab es bei der SPD: "CDU und FDP haben in den Ausschüssen sechs Sitze, SPD, Die Linke und GALiN nur fünf", sagt Jürgen Lange. Da bleibe nur die Chance, dann die Beschlüsse des "Bürgerblocks" in der Norderstedter Stadtvertretung zu kassieren.











